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Meine Bibliothek: Juergen Christian Hoerl

Obwohl sich der Modedesigner den Wunsch eines eigenen, kreativen Wohnbereichs erfüllte, bleibt ihm nicht viel Zeit für Bücher. Während er Ballroben für die nächste Saison entwirft, liest er gerne Biografien.

Was verbindet den Modedesigner mit allen anderen Kreativen? Die Zeit ist einfach immer zu knapp. In der Schublade von Juergen Christian Hoerl warten unzählige Projekte auf ihre Realisierung: Zeichnen, Fotografieren, Arbeiten an Kollagen oder handwerkliche Vorhaben wie einen Sessel neu zu beziehen oder eine Lampe mit Blattgold zu veredeln. „Das vorrangige Projekt ist aktuell die Fertigstellung meines kreativen Hubs: endlich alles einrichten, alle Bücher auspacken, gesammelte Werke befreundeter Künstler rahmen“, sagt Hoerl. „Wir haben auch gerade unsere neue Ready-to-wear-Kollektion unter wagnerwien.com gelauncht, und unsere zweite Firma hoerl-wagner.com hält uns derzeit ebenfalls  auf Trab“, so der Vielbeschäftigte, der auch Mitarbeiteruniformen, etwa aktuell für die neue Filmbar an der Albertina, das Mandarin Oriental Wien, die ÖBB oder den Tourismus verband Tirol entwirft. 

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Das Bücherregal von Juergen Christian Hoerl ist noch immer nicht vollständig eingeräumt

©PriVAT

Trotzdem findet der Designer noch Zeit zum Lesen. Seine Leidenschaft sind Biografien von Menschen, die ihre Träume verwirklicht haben, Geschichten, die von Persönlichkeiten handeln, die gegen alle Widerstände ihren eigenen Weg gegangen sind: Etwa Claude Cahun, Karl Lagerfeld oder Alexander McQueen. Sein erstes Lieblingsbuch ist Leigh Bowery: The Life and Time of an Icon von Sue Tilley.

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„Leigh Bowery: The Life and Time of an Icon“ von Sue Tilley. Erschienen 1999 bei Hodder & Stoughton. Eine Künstlerbiografie

©Beigestellt

Es ist eine Biografie über den Mann, den Boy George als „moderne Kunst auf Beinen“ bezeichnete: einen Künstler mit einer kurzen, bewegenden Lebensgeschichte, die von einer suchenden Haltung  geprägt ist. Hoerl liebt aber auch Science-Fiction und die Idee, mit einer selbst gebauten Maschine durch die Zeit zu reisen. Sein zweites Buch „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells hat ihn deshalb sofort in Bann gezogen.

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„Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells. Erschienen bei Ullstein Verlag, 1982. Reise durch die Zeit mit einer selbst gebauten 
Maschine

©Beigestellt

„In der Geschichte ist auch die Zukunft nicht fehlerfrei dargestellt, aber was könnte man dabei alles erleben? Wie aufregend wäre das?“ 
Aktuell liest er „Madame d'Ora“ von Monika Faber – das Geschenk einer befreundeten Galeristin.

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„Madame d’Ora“ von Monika Faber, Brandstätter Verlag, 1983. Über das Leben der österreichischen Fotografin Dora Kallmus 

©Beigestellt

„Fotografie ist seit jeher ein Bestandteil meiner Arbeit – als Modemacher ein beinahe unausweichlicher. Mode und Fotografie sind untrennbar miteinander verwoben. Die Art, Mode, Kunst und den Körper auf analogem Material festzuhalten, erschafft Momente, die berührender kaum sein könnten und eine außergewöhnliche Kraft im Ausdruck besitzen. Einfach nur großartig“, schwärmt Hoerl über das Leben der österreichischen Fotografin Dora Kallmus. Hat er auch einen Lieblingsplatz zum Lesen? Ja, es ist sein neuer Raum mit einer kleinen Leseecke und einem Sonnenplatz.

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