freizeit
15.09.2018

Warum Gerlinde Kaltenbrunner jetzt am Arlberg wanderte

Sonnenaufgang mit Extremalpinistin Gerlinde Kaltenbrunner in St. Anton am Arlberg

Gerlinde Kaltenbrunner ist ja eher im Salzkammergut zu Hause, wenn sie nicht gerade durch Nepal tourt. Deshalb war es für die Ladies-Hike-Wandertruppe, die auf Einladung vom Tourismusverband St. Anton und Sportausstatter Schöffel anreiste,  ein schönes Erlebnis, einen Gipfel am Arlberg gemeinsam mit der Profi-Alpinistin zu besteigen.

14 Achttausender hat Kaltenbrunner ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen. Ganz nach dem Motto "Carpe Diem" mitten in der Nacht aufzustehen um auf den Berg zu gehen, gehört zum Bergsteigerleben. Während das für den Rest der Gruppe eher eine Challenge war, schon vor dem Frühstück einen Gipfel zu erklimmen. So starten wir, noch etwas müde, gemeinsam um 4.30 vom Arlbergpass. Und weil sich Kaltenbrunner eigentlich in einer Vorbereitungsphase befindet, sie will nächstes Jahr einen 6000er erklimmen, hält sie ruhig und entspannt unser Tempo mit. Denn wir Ladies gehen zwar stetig, aber langsam voran. Um nicht zu sagen, gemütlich. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn wir gehen zum Wirt. Besser gesagt auf den Wirt - ein 2.339 Meter hoher Berg.

Unter dem sternenklaren schwarzen Nachthimmel leuchten uns Mond, Sterne und Stirnlampen den Weg, bis die erste Morgendämmerung anbricht. Mitten in unserer Ladies-Gruppe geht Kaltenbrunner, eigentlich gelernte Krankenschwester, fröhlich voran, verarztet hin und wieder kleine Schürfwunden, ermuntert Ermattete und erzählt von ihren Expeditionen auf den K2, den sie ohne Sauerstoff nach sieben Anläufen, vor sieben Jahren erstmals bezwang. Immer wieder bleiben wir stehen, bewundern den Himmel, den Morgennebel, der sich lichtet, die aufgehende Sonne und das Gegenlicht, das uns blendet als wir zum Gipfel blicken. Die Aussicht über die Verwallgruppe und nach St. Christoph ist malerisch.

Ein Wirt und kein Schnaps

Fast vergessen wir bei ihren Erzählungen, dass auch unser Weg, obwohl kurz, doch steinig und steil bergauf führt. Den Sonnenaufgang begrüssen wir noch etwas unterhalb des Gipfels - mit Rauhreif auf Bergmoos und Heidelbeeren. Die Hälfte unserer Gruppe erreicht dann doch den Wirt mit dem wunderbaren Panoramablick über die Verwallgruppe. Bei gefühlten Null Grad stürmen wir zum Gipfelkreuz - denn neben dem Gipfelbuch, in das wir uns neben Gerlinde einschreiben, hängt eine riesengroße Schnapsflasche. Leider leer.

 

 

So greift Kaltenbrunner in ihren Rucksack und zaubert  winterfeste Engineering-Jacken ihres Sponsors Schöffel heraus. Sie sind für mich - perfektes Gipfelglück bei Sonnenaufgang.

Gewärmt und guter Dinge kommen wir nach einer kurzen Gipfelpause mit Käsesemmeln und Selfie-Schießen, wieder unten in St.Christoph an, um gemeinsam, bei herrlicher Septembersonne, zu frühstücken.

Wer den Arlberg nur vom Winter kennt wie ich, wird von Landschaft und herbstlicher Stimmung begeistert sein. Die beste Zeit im Arlberggebiet wandern zu gehen ist jetzt.

www.stantonamarlberg.com

www.schoeffel.de