Graben 30, Wien 1

© Florian Holzer

Restauranttipp
09/14/2016

Salz & Pfeffer: Graben 30

Drei Ebenen, vier Bereiche, insgesamt 600 Quadratmeter

von Florian Holzer

Es gibt an Wiens erster Adresse, dem Graben, ja nicht viele Restaurants. Da erweckt es schon Aufmerksamkeit, wenn hier ein Restaurant eröffnet, das sich noch dazu alles andere als bescheiden gibt: drei Ebenen, vier Bereiche, insgesamt 600 Quadratmeter. Imposant. Dahinter steckt die Metropolitan Group, Kroatiens größte Mode- und Gastronomie-Gruppe mit 20 verschiedenen Marken und mehr als 50 Lokalen, die nun hier im ehemaligen Hauptquartier des Teppichhändlers Adil Besim am österreichischen Markt Fuß fassen will. Mit einer kleinen Kaffee- und Prosecco-Bar im Erdgeschoß, von dem aus man über eine massive Treppe eine riesige Lounge und ein Restaurant mit Graben-Blick erreicht, und dann noch eine Raucher-Bar im zweiten Stock. Gut und schön, aber das „Fine Dine“-Restaurant sieht aus wie Tausende Hotel-Restaurants auf der ganzen Welt, die Lounge wie jedes Steakhouse zwischen Wien und Nebraska. Und die Küche setzt auf mutlose Internationalität, mit der man nur schwer gegen Meinl am Graben, Blue Mustard, Fabios oder Schwarzes Kameel ankommen wird können. Und sogar Do & Co – an dessen Konzept das Graben 30 durchaus erinnert – hat einen besseren Ausblick und kocht vor allem besser. Entenleber in Form von Eiscreme mit gebackenen Blunzenscheiben auf Knusperbrot war da noch das Originellste, allerdings gilt auch hier: Man muss man nicht aus allem Eis machen, nur weil es technisch geht (15 €). „Salatherzen I Huhn I Garnele I Granatapfel“ erwies sich als eine eher missglückte Caesar-Salad-Interpretation (14 €) und der Kabeljau mit Karotten-Erdnuss-Creme war schlicht und ergreifend langweilig (28 €). Die Ambition ist zweifellos enorm, aber so wird das eher schwer werden.Graben 30, Wien 1, Graben 30, 01/934 66 88, Mo-So 8-2,www.graben30.at

Max.
Küche 26 35
Keller 7 10
Service 12 15
Atmosphäre 12 15
Preis/Wert 14 20
Familie 2 5
73 100

florian.holzer@kurier.at