Todd Snyder - Runway - Spring/Summer 2026 New York Fashion Week
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Miami Vice reloaded: der neue Power-Stil und seine Vorbilder

Was in den 1980er-Jahren mit Pastelltönen, breitschultrigen Sakkos und offenen Hemden den Stil einer TV-Serie prägte, kommt wieder: Die ikonischen Looks von Miami Vice feiern ein Comeback und zeigen eine neue Männlichkeit. Was die Silhouetten aussagen und wie man den Look heute stylt.

Man kennt sie alle: Stilikonen à la James Bond und aus TV-Serien wie Mad Men, Peaky Blinders  oder Succession. TV-Serien, die alle einen großen Einfluss auf Modetrends hatten. Aber welche Serien setzten eigentlich Trends in puncto neuer Männlichkeit? In den 1980er-Jahren waren es James „Sonny“ Crockett (alias Don Johnson) und Ricardo  „Rico“ Tubbs (Philip Michael Thomas) in Miami Vice, die als gut gekleidete, verdeckte Drogenermittler, den Stil der Zeit prägten.

Jeder wollte so cool aussehen wie die beiden und dabei einen Hauch von Luxus und Verwegenheit versprühen. Crockett trug unter seinen Armani-Sakkos weiße T-Shirts oder offene, kragenlose Hemden, die einen Blick auf die Brust freigaben, weite Leinenhosen, die auch zerknittert sein durften und Loafers ohne Socken. Ein Stil der auch den Disco-Look dieser Zeit prägte. Die schwarze Ray-Ban Wayfarer gehörte ebenso dazu wie der Dreitagesbart. 

Saint Laurent: Runway - Paris Fashion Week - Menswear Spring/Summer 2026

Breitschultrige Hemden und schmale Hosen bei Saint Laurent

©Getty Images/Thierry Chesnot/Getty Images

Der Stil eroberte vor allem die Welt der Nonkonformisten und all jener, die neben Arbeit auch Spaß haben wollten. Die Freizeitkultur in den 1980er-Jahren war legendär, doch die Männermode eher formell oder konservativ. Miami Vice brachte eine lockere Eleganz hinein. Die beiden verdeckt ermittelnden Polizisten zeigten mit ihrem lässigen Stil trotzdem männliche Dominanz. In den leger geschnittenen Sakkos und sportlichen Lederjacken waren breite Schulterpolster eingearbeitet. Das machte die Silhouetten prägnant: Die breiten Schultern ließen die Hüften schmaler aussehen und die Silhouetten mächtiger. Ein perfekter Stil, der maskuline Selbstsicherheit und luxuriöse Coolness verkörperte. Breite Schultern symbolisieren Präsenz. Der Körper wirkt größer und mächtiger  – der alte neue Code der Männlichkeit. 

Kartik Research: Runway - Paris Fashion Week - Menswear Spring/Summer 2026

Breite Schultern, Leder und nackte Brust bei Kartik Research

©Getty Images/Francois Durand/Getty Images

Heuer haben sämtliche Modedesigner den Stil wiederentdeckt und holen den männlichen Powerlook auf den Laufsteg zurück. Da sind sie also wieder: die breiten Schultern, schmalen Hüften und die nackte Brust, offenbar eine modische Antwort auf feminine und genderfluide Stile, etwa bei Todd Snyder (Foto ganz oben). Die offenen Hemden und engen Henley-Shirts zeigen und betonen perfekt trainierte Körper: Body-Fitness als Modetrend. Ein Stil, der Erfolg mit Charisma und Sexyness verkörpert.

So stylt man Miami Vice

Und so gelingt der lässige Kult-Look heute: Unter Oversized-Sakkos mit starken Schulterpartien, werden kragenlose Shirts, Tanktops oder Hemden mit Camp-Kragen, die Brust zeigen, aber maximal drei geöffnete Knöpfe haben, getragen.

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Männlich, leger und offener Hemdkragen auch bei COS

©Hersteller

Nur die Farbpalette hat sich gewandelt: Waren es in den 1980er-Jahren Pastellfarben, sind es heuer maskuline, gedeckte Trendfarben – Erdtöne, Braun und Beige. Auch schimmernde Glanzstoffe und Leder feiern ein Comeback, etwa bei Todd Snyder und Kartik Research. Lederblousons oder breitschultrige Hemden, etwa von Saint Laurent, werden zu schmalen Leinenhosen gestylt, Korbsandalen oder Loafers ergänzen den Look.

Statt einem Dreitagesbart werden die Haare wieder länger. Und auch auf die hochgeschobenen Sakkoärmel von Sonny Crockett verzichtet man jetzt besser.

Florentina Welley

Über Florentina Welley

Mag. Florentina Welley schreibt seit 2006 als Lifestyle-Autorin über ihre Lieblingsthemen: Mode, Reise, Design und Kunst. Darüber hinaus konzipiert sie Shootings, kuratiert auch Kunst- und Designevents. Auch Film-Erfahrung hat sie, etwa als Co-Produzentin für den Spielfilm „Die toten Fische“, darüber hinaus ist sie in Werbung und Medien bekannt für Konzepte, Textierungen jeden Genres und Modeproduktionen samt Styling, Regieassistenz, Ausstattung und Kostümbild.

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