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Bodydoubles
11/12/2013

Leih mir deinen Körper

So attraktiv, so sportlich, so begabt: Hollywood-Stars gelten als Inbegriff der Perfektion. Doch das Film- und Show-Business ist eine Illusion. Julia Roberts, Brad Pitt und Co. wären ohne ihre Body-Doubles nur halb so schön und halb so cool.

Shelley Michelle? Noch nie gehört? Gesehen aber bestimmt. Schließlich ist die Amerikanerin das Body-Double Nr. 1 und hat Stars wie Madonna, Sandra Bullock, Kim Basinger oder Julia Roberts Teile ihrs Körpers geborgt. Ihr Engagement für „Pretty Woman“ brachte Michelle 1990 zwar nicht mehr als 750 Dollar die Woche ein, war aber mehr wert als ein Lotto-Sechser. Seither hat sie sich selbst höchst erfolgreich zum „World’s Most Famous Body Double“ erklärt. „Kino ist eine Illusion. Ich bin dazu da, die Stars heißer und sexyer aussehen zu lassen. Gleichzeitig hat mir mein Job die Türen nach Hollywood geöffnet.“ Die ehemalige Balletttänzerin ist heute Inhaberin einer Body-Double-Agentur, als Fitnessmodel heiß begehrt und hat ihre Beine bei „Lloyds of London“ öffentlichkeitswirksam für eine Million Dollar versichern lassen. Barbra Streisand machte von deren perfekten Formen in „Herr der Gezeiten“ Gebrauch. In Sachen Selbstvermarktung könnte David Paterson von Michelle noch etwas lernen. Im Juli stand der Schotte Weltstar Brad Pitt als Stunt Double in „World War Z“ zur Seite. Eigentlich ein Türöffner in Sachen Publicity. In die Schlagzeilen kam Paterson aber nicht wegen seines Engagements, sondern weil er für seinen Job nur fünf Euro pro Stunde bekam. „Ich fing um sechs Uhr morgens mit der Arbeit an. Am Set wurde mir gesagt, dass ich Brad Pitt zu keinem Zeitpunkt anzusprechen habe. Zur Film-Premiere wurde ich nicht eingeladen und mein Tag dauerte 18 Stunden. Trotzdem konnte ich nicht ablehnen.“

Dass man die Leistung seiner Doubles nicht schmälern sollte, hat seit „Black Swan“ vielleicht auch Schauspielerin Natalie Portman gelernt. Weil sie in Interviews den Eindruck erweckte, man könne sich mit etwas Kinderballett und einem Jahr intensivem Tanztraining so bewegen wie ein Profi nach mehr als 20 Jahren Ausbildung und Praxis, meldete sich ihr Double Sara Lane zu Wort. Die Tänzerin des „American Ballet Theatre“ stellte klar, dass 95 Prozent der im Film gezeigten Szenen von ihr stammen und nicht vom Hollywoodstar.

Den Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam Portman 2011 zwar, hätte sich die öffentliche Schelte aber bestimmt sparen können – mit ein bisschen Lob für ihre Unterstützerin.

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