© REUTERS/HENRY NICHOLLS

freizeit Leben, Liebe & Sex
09/30/2021

Warum wir jetzt Pink und Orange tragen: Eine Psychologin klärt auf

Die Sommerkollektionen für 2022 werden von kräftigen Farben dominiert. Pink- und Rosatöne sollen positive Energie versprühen. Eine Psychologin über die Wirkung von Kleidern.

von Christina Michlits

Als „optimistisches Pastel Pink“ bezeichnet Michael Kors die Farbauswahl, die er für seine Mäntel und Bleistift-Kleider im Nostalgie-Schick gewählt hat. Der Designer will mit seiner aktuellen Kollektion positive Gefühle hervorrufen: „Ich glaube, wir sind bereit, uns wieder auf die Macht der Liebe einzulassen – romantische Liebe, Nächstenliebe, Liebe für Plätze, die uns geprägt haben, wie mich New York.“

Er war nicht der einzige Modemacher auf der Fashion Week im Big Apple, der auf die Farbe Rosa und frische und fröhliche Sommer-Looks für 2022 setzte.

Bei Moschino ging es ebenfalls pastellig farbenfroh zu, Christian Cowan wählte noch kräftigere Farben und hüllte Models in schreiend pinke Kreationen.

Dazu gesellten sich Modegrößen wie Versace und Armani und jüngst sogar Dior, die kräftig im Farbtiegel rührten. Das französische Luxushaus ist nicht unbedingt für knallige Mode bekannt. Nun aber gab es pinke Blazer und blitzblaue Bermudas am Laufsteg zu sehen.

Antwort auf Pandemie

Gerade nach Lockdowns und Pandemie-Ängsten scheint das bunte „Happy Dressing“ die modische Antwort darauf zu sein.

Die bunten Kleider sind nicht nur nett anzusehen, sie können uns tatsächlich auch etwas glücklicher machen – meint zumindest Psychologin Carolyn Mair.

Die Britin erforscht den Zusammenhang zwischen Psychologie und Mode. „Wenn du einen Smiley auf deinem T-Shirt hast, werden die anderen Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit zurücklachen.“ Denn wenn andere Menschen sehen, dass man glücklich ist, sind sie es auch eher. „Es handelt sich also um eine Spiegelung“, so Mair.

Der Trend zu freundlichen Farben habe jedenfalls mit der tristen Weltlage zu tun, erklärt die Psychologin in aktuellen Diskussionsrunden. Mit „Dopamine Dressing“ hat der Trend zu Kleidern, die für Glücksgefühle sorgen, in Englandbereits einen eigenen Namen.

Nach Jogginghosen als Homeoffice-Uniform und Wochen ohne Make-up sei die Sehnsucht nach Partys und Sich-Schick-Machen wieder am Erstarken. „Wir mögen das Gefühl, dass wir in anderen Menschen durch Kleidung etwas auslösen können.“ Mode habe zudem die starke Macht, uns mehr Selbstbewusstsein zu geben, analysiert Mair.

Anzüge in Babyrosa

Es sind übrigens nicht nur die Frauenkollektionen, die derzeit vorzugsweise in Rosa und Lila leuchten. Designer Tom Ford ließ Daniel Craig zur Premiere des neuesten James Bond-Streifens in einen dunkelrosa Samtblazer schlüpfen. Und vor einigen Tagen führte Hollywood-Feschak Jake Gyllenhaal einen Prada-Smoking in Babyrosa bei den Tony Awards aus. Wie glücklich die Herren in den pinken Designerstücken waren, ist jedoch nicht überliefert.

Die britische Royals kamen zur Erstaufführung des letzten Craig-Bond
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.