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freizeit Leben, Liebe & Sex
03/30/2020

Verstrickt und zugenäht

Handarbeit ist Trend – weil viele jetzt dafür Zeit und keine Lust mehr auf Wegwerfmode haben

von Barbara Mader

Pinke Katzenmützen: Im Jänner 2017 gingen tausende Aktivistinnen mit selbst gestrickten sogenannten Pussyhats auf die Straße, um gegen die Trump-Administration zu demonstrieren. Spätestens seit damals wissen wir, dass Handarbeit einen politischen Aspekt haben kann.

Die Motive, die die US-Amerikanerin Shannon Downey verarbeitet, sind ebenso politisch. Unter dem Namen „badass-Crossstitch“ stickt die studierte Anthropologin schon seit Jahren gegen Klischees an. Dieser Tage hätte eine Ausstellung mit ihren Kreuzstich-Arbeiten in Chicago eröffnet werden sollen.

In Zeiten von Corona hat sie beschlossen, über das Internet Live-Stickkränzchen zu veranstalten, arbeitet an Onlinekursen für Stickprojekte und hat den Hashtag #StitchOn ins Leben gerufen („Macht weiter mit dem Sticken)“. Ihre Stickvorlagen bleiben weiterhin politisch: „Wash your hands and don’t be a racist“– „Wasch deine Hände und sei kein Rassist“.

Ob politisch oder nicht – Selbstgemachtes liegt im Trend. Dieser Tage florieren Handarbeitstutorials auf Youtube, Häkelmagazine finden viele Abnehmer und Stricken und Nähen sind gar nicht mehr Oma only. Einerseits, weil viele jetzt mehr Zeit daheim verbringen. Möglicherweise aber auch, weil Fast Fashion momentan gar kein Leiberl hat – zuletzt wurden viele kritische Blicke auf problematische Produktions- betriebe in Norditalien geworfen.

Wie fast, also schnell, Ihr neues Strickteil fertig wird, hängt ganz von Ihren Strickkünsten ab. Im Internet findet man unzählige Anleitungen, unter anderem einen wirklich lustigen Sockenstrick-Videokurs: auf nadelspiel.com. werden Sockenspitze und Ferse deppensicher erklärt!

Verständnis für Anfänger ist wohl die wichtigste Voraussetzung für jeden, der Strickkurse gibt. Elisabeth Triulzi verschickt nicht nur Strickpakete mit einfachen Anleitungen, sondern gibt auch Tipps via Instagram. Und sie ist eine unbedingte Verfechterin des Reste-Verwertens – etwa durch Musterschals: „In vielen Strickformaten wird zu Maschenproben und Musterflecken geraten. Es hat mich immer so geärgert, dass dieses schöne Stück viel Arbeit macht, aber keine weitere Verwendung findet. Bei unseren Musterschals ist es auch nicht so wichtig, ob jede Masche stimmt. So ein selbst gemachter Schal gibt positive Energie!“, schwärmt Triulzi, die ihre Strick-Kunden auch über Whats App Video Talk berät.

Noch mehr Ideen und Zubehör zum Basteln und Nähen liefert etwa der Wiener Zauberladen, der Stoffe aus aller Welt oder Webbänder in ganz Österreich versendet.

Wer sich nicht ganz so viel Eigeninitiative zutraut, aber doch seine Kreativität ausleben möchte, dem seien die „leiwanden Malbücher“ aus dem Holzbaumverlag ans Herz gelegt: „Wien“ und „Österreich zum Anschmieren“, so die Titel, sind perfekte Bücher für Zeiten, in denen man die eigenen vier Wände nur selten verlässt. Mandalas ausmalen, das war gestern.

Service:
badasscrossstitch.com
triulzi.at; nadelspiel.com
zauber-laden.at
holzbaumverlag.at/oesterreich-zum-anschmieren

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