freizeit
11.01.2018

Guter Stoff für Filme

Die Wow-Kleider unserer Lieblingsfilme sind unvergessen und stammen allesamt von Modeschöpfern. Etwa das „Kleine Schwarze“ – elegant bei Audrey Hepburn, sehr sexy bei Bond-Gespielin Olga Kurylenko. Ein neues Buch zelebriert Designermode im Kino.

Noch heute gilt Hollywood-Legende Audrey Hepburn als Ikone für Stil und Eleganz. Ihr Look als Partygirl im Film „Frühstück bei Tiffany“ (1961), in dem sie ein schwarzes schlichtes Kleid trug, macht sie unvergesslich. Dank Modeschöpfer Hubert de Givenchy und der großartigen Kostümbildnerin und Oscarpreisträgerin Edith Head.

Audrey Hepburn alias Holly Golightly trägt im Film „Frühstück bei Tiffany“ 1961 drei schwarze Kleider. Aber nur eines stammte von Hubert de Givenchy – alle drei wurden von Kostümbildnerin Edith Head überarbeitet

Mode als Statussymbol Auch in den hippen 1970er-Jahren schufen Modedesigner neue Symbole für Freiheit und Geld, die den Spirit einer ganzen Ära zeigten. Wie etwa die Wickelkleider von Diane von Fürstenberg oder die Gucci-Horsebit-Kette, die beide im Film „American Hustle“ (2013) von Amy Adams getragen werden. Mode spiegelt den Zeitgeist wider und ist Mittel zum Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. „Es war und wird einer Frau immer lieber sein, ihre eigene Persönlichkeit auszudrücken als die des Designers“, sagt etwa Modeschöpferin Diane von Fürstenberg.

Catherine Deneuve 1969 in einem Mantel aus Straußenfedern von Yves Saint Laurent im Film „Das Geheimnis der falschen Braut“

Mode als Charakter Gerade auf der Leinwand spielen Kleider eine besondere Rolle. Mit ihnen werden Charaktere geschaffen, Glanz und Glamour sind zweitrangig. Und wie könnte man diese besser ausdrücken als mit Mode? Oder sollte man besser sagen als mit Kostümen? Diesen Unterschied ergründen Designer, Autoren und Kostümbildner seit es Filme gibt. Während ein Modedesigner Kleider für den Catwalk schafft, erfinden Kostümbildner sie für Charaktere.

André Courrèges kleidete 1969 Romy Schneider für „Der Swimmingpool“ ein

Filmmode muss darüber hinaus zahlreichen Stunts standhalten und unendlich viele Szenen mit den unterschiedlichsten Torturen überstehen. Schon deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Modedesignern und Kostümbildnern im Film gefragt. Wie etwa bei Ralph Laurens maskulinem Kasten-Look für Diane Keaton als Annie Hall in „Der Stadtneurotiker“ (1977), bei Azzedine Alaïas androgynem Leder-Look für Grace Jones im Bond-Film „Im Angesicht des Todes“ (1985), Yves Saint Laurents elegantem Stil für Catherine Deneuve in „Belle de Jour“ (1968) oder Pradas coolem Draufgänger-Style im Bond-Movie „Ein Quantum Trost“ (2008). In letzterem hatte Kostümdesignerin Louise Frogley ursprünglich für die Figur von Olga Kurylenko einen Hosenanzug geplant, weil er für Stunts bequemer gewesen wäre. Sie entschied sich später aber für das Kleine Schwarze von Prada, weil es besser zum Klima passte. Miuccia Prada nähte dann innerhalb einer Woche 20 idente Kleider – die meisten wurden bei den schwierigen Stunts zerstört.

Olga Kurylenko als Camille Montes, im Film „Ein Quantum Trost“. Sie trägt ein Crêpe-Kleid mit Sweetheart-Ausschnitt und Rüschenschleife von Prada. Daniel Craig durchquert im Anzug von Tom Ford die bolivianische Wüste

Fashion und Film

In seinem neuen Buch „Fashion & Film“ zeigt Christopher Laverty, Kostüm- und Modejournalist, nun anhand von Portfolios von Agnès B. bis Yves Saint Laurent, ob der Teufel wirklich Prada trägt.

„Fashion & Film / Designermode im Kino“, von Christopher Laverty, 224 Seiten, Hardcover, Fadenheftung, Format 22,5 x 30 cm, 35,70 €, Jänner 2018, http://www.midas.ch

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