freizeit
17.06.2017

Grand Prix mit Katze

Warum die Boliden beim großen FIA Formula E World Championship in Berlin nur leise schnurrten

Ja, es war wunderbar, das Autorennen mitten in der Stadt. Bei strahlend blauem Himmel, super Stimmung und bester Organisation am ehemaligen Flughafen Tempelhof bei einem Grand Prix mitzufiebern, hatte außerdem historischen Status. " Formel 1 fahren in Monaco ist wie Hubschrauber fliegen im Wohnzimmer”, sagte der dreimalige F1-Weltmeister Nelson Piquet etwa über den Grand Prix im monegassischen Fürstentum. Das war gestern. Heute haben selbst Autohasser und Alternativ-Denker kein Argument mehr gegen City-Rennen. Wenn in Zukunft die Rennwägen, mittlerweile schon gesteuert von den Söhnen der Formel 1 Weltmeister wie etwa Nico Prost und Nelson Piquet Jr, über den Beton glühen, können Zuseher frei durchatmen. Die Luft ist rein, Ohrschützer kann man zu Hause lassen - in der ersten Runde macht sich nur etwas Gummigestank breit. Die Boliden fahren nämlich mit Batterie und schnurren wie Raubkatzen vorbei.

Wir haben beim FIA Formula E World Championship in Berlin den Stall von Jaguar genauer unter die Lupe genommen. Fantastisch, nicht nur wie filigran und doch robust so ein Wagen der I-Type wirkt. Auch was die Fahrer im Cockpit leisten müssen, erfordert höhere Mathematik. Die zukünftige Generation der Formula E Fahrer sind Multitasker. Es genügt nicht mehr nur den Fuß am Gaspedal bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 225 km/h durchzudrücken.

Jaguar I-Type-Fahrer Mitch Evans und Adam Carroll machen bei jeder Runde Gehirntraining, Aufwärmen ist da obligatorisch. Der Ire Carroll schwört auf warm ups und Liegestütze, sein Hund ist mit dabei. Evans kommt aus Neuseeland, ist Instagrammer, hört Musik vor jedem Rennen und wollte schon als Sechsjähriger Rennfahrer werden und gewinnen. Was ihm zumindest in diesem Rennen leider nicht gelang. Denn für den Jaguar I-Type ist es zwar das 7.Rennen, aber die erste Saison im Formula E Zirkus - da muss noch an vielen Details gefeilt werden.

Und das betrifft vor allem die Techniker. Denn die Boliden haben nur 18 Runden pro Ladung, insgesamt müssen 44 Runden gefahren werden. Die Fahrer kalkulieren die 200 kW, im Rennmodus 170 kW, ununterbrochen präzise: wann bremsen, wie schnell Gas geben, wobei wird Energie gespart, wie fliesst sie zurück, wie lange hält die Batterie - insgesamt lösen sie jede Runde 44 technische Aufgaben. Und Boxenstop bedeutet: raus aus dem Wagen, rein ins Zwillingsauto, raus auf die Strecke. Bei einem Gewicht von 320 Kilo, wäre ein Batteriewechsel auch nicht möglich. Zuseher aufgepasst: aus einer schwarzen Nummer 20, kann da schon mal eine Nummer 20 in Rot werden.

Gewonnen haben das Rennen schließlich Felix Rosenqvist, Mahindra Racing, Lucas di Grassi, ABT Schaeffler Audi Sport und auf Platz 3 Nick Heidfeld, Mahindra Racing. Das Panasonic Jaguar Racing-Team landete auf Platz 14 mit Adam Carroll und Platz 19 mit Mitch Evans, der seine Katze ganz langsam schnurren lassen musste, nachdem ihm ein anderer Bolide einen Teil der Karrosserie wegsprengte. Bei den Startplätzen 16 und 18 für Jaguar gar nicht schlecht. PS: Ein Online-Voting für die Fahrer pusht diese zusätzlich für das Rennen. Die Anzahl der Votings laden zusätzliche Batterie-Power.....

Vom Cockpit auf die Strasse

Jaguars Visionen zu umweltfreundlichen E-Fahrzeugen wird übrigens ab Mitte 2018 Realität. Denn schon jetzt ist die Tüftelei am Jaguar I Pace, made in Austria bei Magna, im Endspurt. Nach 5-jähriger Planungsphase, wird ab Jänner gebaut. Der neue Jaguar I Pace ist 4,5 Meter lang, wird etwa 75.000 € kosten und erlaubt dank Batterie und kleinem Motor, eine neue Karrosserie und Platzordnung im Innenraum.

Die heißesten Videos vom Rennwochenende und mehr gibt es hier:

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www.fiaformulae.com

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