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glatt & verkehrt
11/19/2013

glatt & verkehrt

Naturwolle boomt. Egal, ob Kaschmir oder Merino, als Modehype oder als Klassiker – Gestricktes hat Hochsaison. Und manche Maschen werden sogar weitervererbt – das ist echte Nachhaltigkeit.

von Florentina Welley

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Wollig Weiches rockt den Winter seit Erfindung der Strickmasche. Die Strickkunst, in Form von Flechtgewebe, soll sogar schon im 5. Jahrhundert von den Arabern nach Europa gebracht worden sein – im Mittelalter wachten Zünfte über die Herstellung von Strickwaren. Heute haben verstrickte Tierhaare Hochsaison, egal ob modische Cardigans in Überweite oder sexy, hautenge Kaschmirteilchen. Alpaka, Kaschmir, Angora, Kamelhaar, Merino, Yak, Mohair, Seide oder pflanzliche Baumwolle werden auch immer häufiger handverstrickt.

Zum Beispiel von Iris von Arnim. Die Hamburgerin eröffnete soeben einen Pop-up-Store in Wien. Die „Kaschmir-Queen“, sie war eine der Ersten, die diese Wolle in den 1980er-Jahren nach Deutschland holte, strickt mit Leidenschaft Kaschmir in zeitlosen, innovativen Designs und steht für Tradition, Handwerk und Qualität. „Ich entwerfe seit über 30 Jahren Strick. Es sind vor allem Stücke für die Ewigkeit, die eine Mutter an ihre Tochter weitergibt – oder ein Vater an seinen Sohn. Für mich zählt immer der richtige Twist, die Raffinesse liegt im Detail – das kann manchmal sehr subtil sein.“ Seit Neuestem entwirft Iris von Arnim auch Strick für Männer. „Die gehen ja nicht allzu gerne shoppen, soweit ich weiß.“ Und weil die guten Stücke ziemlich kostbar sind, ist auch sorgfältige Behandlung ein Muss. „Jeder Lieblingspulli aus Kaschmir wird mit der Zeit immer besser, wenn man ihn richtig pflegt.

Die Zauberformel: Tragen, waschen, entpillen, mit dem Fuselrasierer. Nach dem zweiten, dritten Waschgang hat sich das Kaschmir am besten entfaltet. Dann mit dem Kalt-Waschgang im Waschbeutel in der Maschine leicht schleudern, zum Trocknen legen und feucht dämpfen.“ Das klingt einfach. Und wem Kaschmir zu warm ist, der greift zu normaler Schaf- oder Baumwolle. Wie Schauspielerin Nina Proll zum Beispiel. Sie trägt gerne „homy“-Westen aus Wolle von Jones – im schicken Rippenstrick. Wer noch immer nicht genug Wolliges zum Kuscheln hat, legt es sich zu Füßen oder deckt sich damit zu. Auch Decken und Teppiche gibt es jetzt im Grobstrick.

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