Leben

Urlaub mit dem Puszta-Boy

Eingekocht werden von der serbokroatischen Familija

von Vea Kaiser

08/11/2015, 09:52 AM

Im August pflege ich Schnitzelland zu verlassen, und den Rest des Sommers bei meiner serbokroatischen Familija zu verbringen. Im gleichen Maße, wie ich mich auf die sonnenverwöhnten Nackabatzistrände und die lauen Abende bei Rakija freue, zittere ich vor dieser Reise, denn zum ersten Mal fahre ich nicht alleine. Mein geliebter Puszta-Boy bezauberte bereits die niederösterreichische Verwandtschaft, da er nicht nur groß und hübsch ist, sondern auch eine stattliche Anzahl Hektar sowie ein unendliches Repertoire Wiener-Witze besitzt. Dass er auch die Familija bezaubern wird, steht fest, denn er isst grundsätzlich immer auf, egal wie viel ihm vorgesetzt wird. Und das könnte uns zum Verhängnis werden. Über die wunderbare Küche meiner serbokroatischen Baka singt nämlich der ganze Balkan Lieder! Dass meine Sestra mit knapp 24 Jahren verheiratet ist,
kam dadurch zustande, dass sie und ihr nunmehriger Ehemann, der als erster ihrer Typen der Familija gefiel, nach einer wilden Strandparty bei Baka zu Tische saßen. Die Oma mästete die beiden, bis sie vor Völlegefühl nicht mehr denken konnten und ließ sie erst zu Bett gehen, nachdem er ihr in Anwesenheit der Familija einen Heiratsantrag gemacht hatte. Mein Puszta-Boy sagt, ich solle mir keine Sorgen machen. So viel könne Baka gar nicht kochen, dass er, waschechter Burgenländer, es nicht mehr, wie man im Seewinkel sagt, zwingen könne. Ach, er hat noch nie Bakas Ćevapčići probiert. Ihre Krautrouladen. Pljukanci mit frischen Muscheln. Ich fürchte, ich sollte beginnen zu überlegen, ob ich meinen Namen behalte. Und Samarin sowie Magenschutz
aus der Apotheke besorgen, damit wir, falls das Worst-Case-Szenario eintritt, zumindest
zu einem kleinen bisschen Romantik in
der Lage sind.

vea.kaiser@kurier.at

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