Einfache Sprache
27.11.2017

Von der Straße in die Werkstatt

In Marrakesch nähen und stricken Frauen mit einer körperlichen Behinderung in einer Werkstatt. Ihre Produkte werden am Weihnachtsmarkt im Museums-Quartier verkauft. Eine Frau aus Wien macht das möglich.

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In Marrakesch können Frauen mit einer körperlichen
Behinderung in einer Werkstatt arbeiten.
Marrakesch ist eine Stadt in Marokko.
Die Frauen nähen und stricken dort schöne Sachen.
Neben der Werkstatt gibt es einen Verkaufs-Raum,
wo die Sachen verkauft werden.
Zusätzlich stellen die Frauen Sachen für
den Wiener Weihnachtsmarkt im Museums-Quartier her.
Die Sachen werden nach Wien geschickt und am
Weihnachtsmarkt verkauft.

Das hat die Wienerin Patricia Kahane möglich gemacht.
Sie hat das Sozialprojekt in Marrakesch gegründet.
Das Projekt heißt „Alnour“.
Patricia Kahane ist oft in Marrakesch.
Beim Spazieren gehen ist ihr in Marrakesch immer wieder aufgefallen,
dass viele Frauen mit einer körperlichen Behinderung
auf der Straße sitzen und betteln.
Die Frauen sitzen oft in selbst gebastelten oder alten Rollstühlen.

Da ist Kahane die Idee gekommen,
den Frauen zu helfen und gründete die Werkstatt.
Einige von den Frauen haben eine körperliche Behinderung.
Zum Beispiel fehlen einigen Frauen seit der Geburt viele Finger.
Eine Frau ist ohne Beine auf die Welt gekommen
und sie sitzt seither im Rollstuhl.
Eine andere Frau ist als kleines Kind vom Tisch gefallen
und hat sich das Rückgrat gebrochen.

Trotz ihrer Behinderung stellen die Frauen jeden Tag Kunstwerke her.
Die Frauen können eine besondere Strickart.
Deshalb heißen die Frauen, die dort mitarbeiten,
auch „Künstlerinnen mit Nadel und Faden“.
Die Frauen nähen duftende Lavendel-Säckchen,
Taschentücher, Armbänder und Servietten.
Für den Weihnachtsmarkt werden auch Kleidungs-Stücke
für Frauen, Männer und Kinder sorgfältig bestickt.
Neu im „Alnour“-Angebot sind die wunderbar bestickten Anstecker.
Ein Anstecker kostet 15 Euro.
Von dem Preis kann eine Mitarbeiterin eine Woche essen.

Die Frauen in der Werkstatt sind angestellt und auch versichert.
Das ist in Marokko nicht selbstverständlich.
Außerdem werden sie für ihre Arbeit gut bezahlt.
Sie können dort auch frühstücken und Mittag essen.
Für die Kinder der angestellten Frauen gibt es einen Kindergarten
und die Kinder essen mit ihren Müttern gemeinsam in der Pause.

In der Werkstatt gibt es auch LehrerInnen, die den Frauen
Französisch beibringen.
Für Frauen, die nicht Schreiben und Lesen können,
werden Schreib-und Lese-Kurse angeboten.
Frauen, die nicht selber in die Werkstatt fahren können
werden von einem Werkstatt-Bus abgeholt
und wieder nach Hause gebracht.

Eine Frau erzählte, dass ihr die Arbeit in der Werkstatt viel Spaß macht.
Patricia Kahane ist stolz und glücklich,
wie sich ihre Frauen verändern und sich weiterentwickeln.
Sie hofft, dass heuer wieder viele Menschen am
Wiener Weihnachtsmarkt im Museums-Quartier die Produkte von
„Alnour“ kaufen und dadurch das Sozial-Projekt unterstützen.