Inderinnen wollen sich wehren

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Foto: Twitter/Palak Sharma‏ Eine Indische Frau zeigt sich beim feiern.

In Indien wird Vergewaltigungs-Opfern oft die Schuld für die Vergewaltigung geben.
Das wollen sich die indischen Frauen nicht mehr gefallen lassen.

Link zum Original-KURIER-Artikel

In Indien ist Varnika Kundu vor kurzem
mit ihrem Auto in der Stadt Chandigarh
auf dem Weg nach Hause gewesen.
Dabei bemerkte sie, dass sie von einem
Auto verfolgt wurde, in dem 2 Männer saßen.
Die 2 Männer haben immer wieder versucht,
sie mit ihrem Auto aufzuhalten.
Kundu schaffte es aber währenddessen,
die Polizei zu rufen.
Die beiden Männer wurden verhaftet, als sie gerade
versucht haben, Kundu´s Auto aufzubrechen.
Einer der beiden Männer ist der Sohn von einem
bekannten indischen Politiker.

Varnika Kundu hat Glück gehabt.
Die Regierung sagt, dass in Indien alle 22 Minuten
eine Frau vergewaltigt wird.
Vergewaltigung bedeutet, dass man eine andere Person
zum Sex zwingt.
Aktivisten glauben, dass die Zahl der Vergewaltigungen
sogar noch höher ist.
Aktivisten sind Menschen, die sich sehr stark
für die Erreichung eines bestimmten Ziels einsetzen.
Das liegt auch daran, dass viele Vergewaltigungs-Opfer
in Indien von der Gesellschaft ausgestoßen werden.
Opfer von Vergewaltigungen gehen nicht immer zur Polizei.

In Indien gibt es bei Vergewaltigungen eine sogenannte
„Täter-Opfer-Umkehr“.
Das bedeutet, man gibt den Opfern dort die Schuld dafür,
dass sie vergewaltigt wurden, obwohl sie
nichts dafürkönnen.
Ein indischer Politiker sagte zu dem Fall,
dass Kundu nicht so spät in der Nacht unterwegs sein sollte.

In Indien werden Vergewaltigungen verharmlost
und von indischen Politkern als kleine Vorfälle bezeichnet.
Seit dem Jahr 2013 werden Vergewaltigungen
in Indien härter bestraft.
Wenn das Opfer bei einer Vergewaltigung stirbt,
wird der Täter von der Regierung zur Strafe selbst getötet.

Kundu schrieb nach dem Vorfall auf der
Internet-Seite Facebook, was ihr passiert ist.
Sie fragt auch, wo das hinführen soll,
wenn Frauen das passiert, obwohl diese Stadt
als eine der sichersten Städte des Landes gilt.
Ihre Nachricht wurde über 6000-mal weiter verbreitet
und über 16 000 Menschen gefällt ihre Nachricht.
Sie ruft auch Frauen dazu auf, vorauszuplanen
und zur Sicherheit die Polizei zu rufen.
Sie sagt auch, dass sie alles als Waffe verwenden sollen,
um sich zu wehren, das sie gerade dabei haben.
Sie war bisher nie ein Fan von Waffen,
aber diese Erlebnis hat ihr gezeigt, wie gefährlich
es in Indien für Frauen ist.

Viele indische Frauen haben daraufhin eine
Aktion im Internet gestartet.
Sie posten Bilder von ihnen selbst, die sie allein
und in der Nacht auf Partys zeigen.
Sie sagen dazu, dass sie sich ihre Freiheit
nicht nehmen lassen.
Egal ob am Tag oder in der Nacht.

(ILR / mk) Erstellt am