Einfache Sprache
28.06.2017

Ein Friedhof als Gedenken an die Juden-Verfolgung

In Niederösterreich und im Burgenland gab es die größten jüdischen Gemeinden bis zum 2 Weltkrieg. Ein jüdisches Ehepaar besucht seine Familie am jüdischen Friedhof in Hollabrunn.

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Maria und Johann Ranzenhofer stehen vor einem Grab auf dem jüdischen Friedhof in Hollabrunn. Es ist das Grab ihrer Vorfahren. Viele ihrer Vorfahren liegen hier. In Hollabrunn gab es hier bis zum 2 Weltkrieg eine große jüdische Gemeinde. Im Jahre 1938 endete das jüdische Leben hier. Hollabrunn wurde mit Gewalt judenfrei gemacht.

Während Maria Ranzenhofer eine Geschichte von ihrer Tochter vorliest, kommen ihr immer wieder die Tränen. Den Text hat ihre Tochter für ihre Urgroßmutter geschrieben, die von den Nazis erschossen wurde. Die Zuhörer kommen aus der Gegend und wollen sich über die Geschichte ihres Ortes informieren.

Im Rahmen vom Viertel-Fest in Niederösterreich gibt es auch eine Führung über die Geschichte über die Gräber. Der Friedhof ist Ausgangspunkt dafür. Auf den Grabsteinen gibt es jüdische Symbole wie der Davidsstern, eine Weintraube, eine Blume oder einen Krug. Mit Kreide werden die Inschriften auf den Gräbern sichtbar gemacht. Es sind hebräische und deutsche Inschriften zu lesen.

Die wenigsten Juden sind nach Hollabrunn zurückgehrt. Die Töchter von der Familie Ranzenhofer wollen dies tun.

In Graz wurden Stolpersteine verlegt , für Schüler, die von den Nazis vertrieben wurden

In Graz liegen 95 Stolpersteine vor den Häusern, wo früher Juden gewohnt haben, bevor sie von den Nazis vertrieben wurden.

Die Steine sind in ganz Graz verteilt. Heute kommen noch 27 Steine dazu. Sie sollen für die jüdischen Schüler stehen, die damals die Schule verlassen mussten. Einer dieser Schüler ist Kurt Eisler, er flüchtete 1939 über Wien nach Palästina. Auf diesem Weg konnten sich noch 300 andere Juden in Sicherheit bringen.

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