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11/18/2020

Bakterium oder Virus? Warum Sie den Unterschied kennen sollten

Über Viren haben wir 2020 so einiges gelernt. Was haben sie mit Bakterien gemeinsam und was nicht? Die wichigsten Fakten im Überblick.

Sie tragen zwei Kilogramm Bakterien durch die Gegend

Bakterien sind quasi überall. Ähnlich wie Viren tummeln sie sich in der Natur, auf dem Boden, auf Schreibtischen, Türklinken und auf unseren Handflächen. Bakterien sind nur unter dem Mikroskop zu sehen – als stabförmige, gekrümmte oder sternförmige Klumpen. Der menschliche Verdauungstrakt beinhaltet mehr als 100 Billionen Mikroorganismen, davon ist der Darm mit 1011 bis 1012 Bakterien pro Millimeter der am dichtesten bevölkerte Lebensraum der Welt[1]. Allein bei einem ca. 10 Sekunden dauernden Kuss übertragen wir rund 80 Millionen davon und insgesamt besitzen wir rund zwei Kilogramm davon auf unserer Haut, Schleimhaut und vor allem in unserem Darm.[2,3]

Bakterien vermehren sich fast immer durch Teilung. Aus einer Zelle werden zwei Zellen, daraus vier, acht, sechzehn… manche Bakterien können sich daher explosionsartig vermehren.[4] Gefürchtete Seuchen wie Cholera oder die Pest werden durch Bakterien verursacht. Wenn unser Abwehrsystem geschwächt ist oder wenn sich Bakterien übermäßig vermehrt haben, kann eine Erkrankung ausbrechen. Aber nicht alle Bakterien sind schlecht: Wir leben mit einigen davon in einer Symbiose und brauchen sie.

Diese und weitere Erkankungen werden durch Bakterien verursacht[4]

  • Mandelentzündung
  • Lungenentzündung
  • Blasenentzündung
  • Tuberkulose
  • Keuchhusten
  • Typhus

Nicht verwechseln: Welche Erkrankungen meistens von Viren stammen

Viren brauchen im Gegensatz zu Bakterien eine Wirtszelle, in der sie sich vermehren können, beispielsweise rote und weiße Blutkörperchen oder Leberzellen. Sind sie in die Wirtszelle eingedrungen, nutzen sie deren Maschinerie, um sich vervielfältigen zu lassen. Vereinfacht gesagt schleusen sie ihren Bauplan in die Zelle ein und nutzen sie als Virenfabrik. Viren sind viel kleiner als Bakterien und können nur unter dem Elektronenmikroskop gesehen werden.

Beispiele für durch Viren verursachte Erkrankungen[5]

  • Covid-19 (verursacht durch das Coronavirus SARS-CoV-2)
  • Influenza („Echte“ Grippe, verursacht durch verschiedene Influenzaviren vom Typ A und B)
  • grippaler Infekt (verursacht durch verschiedene Viren (>200), darunter z.B. Rhino-, Adeno-, Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren)
  • Gürtelrose (verursacht durch das Varizella-Zoster-Virus)
  • HIV (Humanes Immundefizienz-Virus)
  • Masern

Übertragen werden Bakterien und Viren beim direkten Kontakt über eine Tröpfcheninfektion, wenn wir beim Sprechen, Lachen, Singen, Niesen oder Husten Aerosole ausstoßen.[6] Auch eine Schmierinfektion, wenn wir Oberflächen wie Türklinken oder Trinkgläser berühren, kann Viren oder Bakterien übertragen.[7] 

Warum sollte ich den Unterschied zwischen Viren und Bakterien kennen?

Antibiotika helfen nur bei Erkrankungen, die von Bakterien ausgelöst werden. Erkältungen bzw. grippale Infekte sind jedoch viral bedingt. Hier wirken Antibiotika nicht, dennoch ist gerade in der Winterzeit ein Anstieg der Antibiotikaverordnungen zu sehen.[8]

 „Hilft’s nix, schadet’s nix“ ist hier das falsche Motto. Denn der steigende Einsatz von Antibiotika beim Menschen und auch in der Tierhaltung sowie die falsche Einnahme führen dazu, dass Bakterien sich immer besser an ihre Umwelt anpassen. Vormals wirksame Antibiotika können dann nicht mehr für die Behandlung eingesetzt werden.[9]

Die richtige Behandlung

Ob es sich um eine bakterielle oder virale Erkrankung handelt, kann Ihr Hausarzt feststellen. Die wichtigste Maßnahme, um die Verbreitung und Übertragung von Keimen zu verhindern, ist Hygiene. Dazu zählen das regelmäßige und gründliche Händewaschen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Müssen Sie niesen oder husten, dann in die Armbeuge. Halten Sie auch Ihre Schutzimpfungen aufrecht.[10] 

Mehr zum Thema Antibiotika lesen Sie auf pfizer.at.

Referenzen

[1] Rinninella E et al, Microorganisms 2019
[2] Kort R, et al., Microbiome. 2014 Nov 17; 2 :41
[3] Arznei und Vernunft, Patienteninformation “Behandlung von Infektionen
[4] Hygiene in der Pflege, Information der deutschen Seniorenliga, 2017
[5] https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z, abgerufen am 04.11.2020
[6] Fenelly K et al. Lancet Respir Med 2020; 8: 914-24

[7] The Center for Ecogenetics and Environmental Health, Fast Facts about Human Microbiome
[8] Arznei und Vernunft, aktuelle Leitlinie Antiinfektiva, 2019
[9] https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z, abgerufen am 04.11.2020
[10] Jansen K et al Human Vaccines Immunotherapeutics 2018

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