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11/18/2020

Seit wann gibt es Antibiotika und warum brauchen wir sie?

Bei der Entdeckung von Antibiotika hat auch der Zufall mitgeholfen. Seitdem konnten unzählige Menschenleben mit Antibiotika gerettet werden. Wie lange können wir uns noch darauf verlassen?

Wünschen Sie sich manchmal, Ihre Arbeit würde sich während Ihrer Abwesenheit selbst weiterschreiben? Alexander Fleming erging es ein bisschen so. 1928 kehrte der Mediziner und Bakteriologe von seinem Urlaub zurück und ordnete seine Petrischalen, in denen sich Staphylococcus-Bakterien vermehrten. Eine Schale war ganz anders als die anderen: Sie hatte einen Fleck mit Schimmel entwickelt, rundherum waren die Bakterien abgestorben.[1]

Penicillin, der Pionier

Fleming setzte seine Experimente fort und lernte, aus diesem Schimmelpilz eine Substanz zu extrahieren, die er Penicillin nannte. Es sollte aber noch bis in die frühen 1940er-Jahre dauern, bis unter Beteiligung des US-Militärs größere Mengen an Penicillin produziert werden konnten. Viele verletzte Soldaten des Zweiten Weltkrieges verdankten diesem Medikament ihr Leben. Über die Jahre wurden eine Vielzahl weiterer Antibiotika verschiedener Wirkstoffklassen entdeckt, die das Wachstum ganz bestimmter Bakterien hemmen oder sie abtöten. Breitbandantibiotika hingegen bekämpfen viele unterschiedliche Erreger.

Meilenstein der Medizin

Die Entdeckung des Antibiotikums Penicillin ist eine der bedeutendsten Entwicklungen in der Medizin, weshalb Fleming 1945 mit dem Nobelpreis bedacht wurde. Antibiotika trugen dazu bei, dass sich unsere Lebenserwartung im Laufe des 20. Jahrhunderts verdoppelte.[2] Vor der Entdeckung antimikrobiell wirkender Arzneimittel starben 90 % aller Kinder, die an einer bakteriell bedingten Hirnhautentzündung erkrankten. Jene, die überlebten, hatten meist schwere dauerhafte Behinderungen wie Hörverlust oder geistige Beeinträchtigungen.[3] Durch Antibiotika und Impfungen wurden Erkrankungen wie Diphterie oder Keuchhusten weitgehend ausgerottet.[4] Heute sind diese Medikamente mit ihrer beeindruckenden Wirkung nicht mehr wegzudenken.

Gekommen, um zu bleiben?

Im Jahr 2018 wurden in Österreich rund 70.000 kg Antibiotika verbraucht, davon zwei Drittel im niedergelassenen Bereich und ein Drittel im stationären Bereich.[5] Das Problem dabei: Leider werden sie nicht immer treffsicher verschrieben und nicht immer korrekt eingenommen. So kommt es, dass viele Erreger sich so stark an ihr Umfeld anpassen, dass sie gegenüber Antibiotika resistent werden, also der antibakteriellen Wirkung widerstehen können. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Infektionskrankheiten aufgrund von Antibiotika-Resistenzen bis zum Jahr 2050 zur weltweiten Todesursache Nummer 1 avancieren.[6]

Was Sie selbst tun können, um den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen zu unterstützen, lesen Sie auf pfizer.at.

Referenzen

[1] Gaynes R, Emerging Infectious Diseases 2017
[2] Lee C, P&T 2017
[3] Immunizations & Infectious Diseases: An informed Parent’s Guide (Copyright 2006 Amercian Academy of Pediatrics)
[4] CDC. Control of infectious diseases. MMWR 1999;48:621-9
[5] AURES 2018 Resistenzbericht Österreich, abgerufen am 05.10.2020 https://www.ages.at/themen/ages-schwerpunkte/antibiotika-resistenzen/resistenzberichte/  
[6] Review on Antimicrobial Resistance, Jim O’Neill, Dec 2014

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