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11/17/2020

Bakterium oder Virus? Warum Sie den Unterschied kennen sollten

Keim ist Keim, denken wir uns als Laien. Bakterien und Viren unterscheiden sich aber nicht nur als Krankheitserreger, sondern auch in der Behandlung. Eine Übersicht.

Sie tragen zwei Kilogramm Bakterien durch die Gegend

Bakterien sind quasi überall. Sie tummeln sich in der Natur, auf dem Boden, auf dem Schreibtisch und auf dem Menschen. Sie sind nur unter dem Mikroskop zu sehen – als stabförmige, gekrümmte oder sternförmige Klumpen. Der menschliche Gastrointestinaltrakt beinhaltet mehr als 100 Billionen Mikroorganismen, davon ist der Darm mit 1011 bis 1012 Bakterien pro Millimeter der am dichtesten bevölkerte Lebensraum der Welt[1]. Allein bei einem ca. 10 Sekunden dauernden Kuss übertragen wir rund 80 Millionen davon[2] und insgesamt tragen wir rund zwei Kilogramm davon auf unserer Haut, Schleimhaut und vor allem in unserem Darm mit uns herum.[3]

Bakterien vermehren sich fast immer durch Teilung. Aus einer Zelle werden zwei Zellen, daraus vier, acht, sechzehn… manche Bakterien können sich daher explosionsartig vermehren.[4] Gefürchtete Seuchen wie Cholera oder die Pest werden durch Bakterien verursacht. Wenn unser Abwehrsystem geschwächt ist oder wenn sich Bakterien übermäßig vermehrt haben, kann eine Erkrankung ausbrechen.

Beispiele für durch Bakterien verursachte Erkrankungen[5]

  • Mandelentzündung
  • Lungenentzündung
  • Blasenentzündung
  • Tuberkulose
  • Keuchhusten
  • Typhus

Nicht verwechseln: Welche Erkrankungen meistens von Viren ausgelöst werden

Viren brauchen im Gegensatz zu Bakterien eine Wirtzelle, in der sie sich vermehren können, beispielsweise rote und weiße Blutkörperchen oder Leberzellen. Sie sind auch viel kleiner und können nur unter dem Elektronenmikroskop gesehen werden.

Beispiele für durch Viren verursachte Erkrankungen[6]

  • Influenza („Echte“ Grippe)
  • grippaler Infekt
  • Schnupfen, Erkältung (verursacht durch Rhinoviren)
  • Fieberblasen (verursacht durch Herpesviren)
  • HIV

Übertragen werden Bakterien und Viren über direkten Kontakt, insbesondere die Hände; über eine Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Niesen oder Husten oder über eine Schmierinfektion, wenn wir Oberflächen wie Türklinken oder Trinkgläser berühren.[7]

Warum sollte ich den Unterschied zwischen Viren und Bakterien kennen?

Antibiotika helfen nur bei Erkrankungen, die von Bakterien ausgelöst werden. Erkältungen bzw. grippale Infekte sind jedoch viral bedingt. Hier wirken Antibiotika nicht, dennoch ist gerade in der Winterzeit ein Anstieg der Antibiotikaverordnungen zu sehen[8].

 „Hilft’s nix, schadet’s nix“ ist hier das falsche Motto. Denn der steigende Einsatz von Antibiotika beim Menschen und auch in der Tierhaltung sowie die falsche Einnahme führen dazu, dass Bakterien sich immer besser an ihre Umwelt anpassen und ihnen Antibiotika nicht mehr schaden.

Die richtige Behandlung

Ob es sich um eine bakterielle oder virale Erkrankung handelt, kann Ihr Hausarzt feststellen. Die wichtigste Maßnahme, um die Verbreitung und Übertragung von Keimen zu verhindern, ist Hygiene. Dazu zählen das regelmäßige und gründliche Händewaschen, dass man nur in die Armbeuge niesen oder husten und sich an die empfohlenen Schutzimpfungen halten sollte. Mehr zum Thema Antibiotika lesen Sie auf pfizer.at.

Referenzen

[1] Rinninella E et al, Microorganisms 2019
[2] Kort R, et al., Microbiome. 2014 Nov 17; 2 :41
[3] The Center for Ecogenetics and Environmental Health, Fast Facts about Human Microbiome
[4] Hygiene in der Pflege, Information der deutschen Seniorenliga, 2017
[5] https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Krankheiten_und_Impfen/Krankheiten/Antimikrobielle_Resistenz/Behandlung_mit_Antibiotika_Information_fuer_Patientinnen_und_Patienten
[6] Hygiene in der Pflege, Information der deutschen Seniorenliga, 2017
[7] The Center for Ecogenetics and Environmental Health, Fast Facts about Human Microbiome
[8] Arznei und Vernunft, aktuelle Leitlinie Antiinfektiva, 2019

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