Justizminister Wolfgang Brandstetter

© KURIER/Franz Gruber

Wien
06/16/2016

Zawrel-Schule: Brandstetter liest Landstraßer FP die Leviten

Die Freiheilichen wehren sich dagegen, eine Schule nach Friedrich Zawrel zu benennen.

Einen Ordnungsruf hat Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) der FPÖ Wien-Landstraße erteilt. Anlass waren deren Äußerungen zur Umbenennung der Neuen Mittelschule Hörnesgasse in Gedenken an Friedrich Zawrel, den bekanntesten Überlebenden der NS-Ärzte am "Spiegelgrund".

Die Bezirks-FPÖ findet das "skandalös". Der Klubobmann der FPÖ-Landstraße, Werner Grebner, sowie der freiheitliche Gemeinderat Dietrich Kops hatten in einer Aussendung das "Vorleben" des verstorbenen Zawrel ausgeweidet: "Als Namensgeber für eine öffentliche Pflichtschule ist man mit einer solchen Biografie aus Einbruch, Diebstahl und Hehlerei völlig ungeeignet." Brandstetter verteidigte die Umbenennung: Zawrel habe "viel zu lange Unrecht ertragen" müssen. "Gerade jungen Menschen immer wieder die Gräuel der NS-Zeit näher zu bringen, ist enorm wichtig."

Zawrel habe maßgeblich mitgewirkt, dass der NS-Arzt Heinrich Gross angeklagt wurde "und die Justiz sich der bis dahin unzureichenden Aufarbeitung der Gräueltaten des Nationalsozialismus stellte", hielt Brandstetter fest. Im Übrigen "ist der Vorwurf bereits längst getilgter strafbarer Handlungen nach unserer Rechtsordnung unzulässig."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.