Chronik | Wien
24.02.2015

Angeschossener Einbrecher ist Doppelmörder

Verdächtiger mehrfach von Polizei getroffen. Kopfschuss bei Streit unter Serben. Opfer außer Lebensgefahr.

Ein Schusswechsel und eine Schussabgabe aus nächster Nähe sorgten Montagabend in Wien für zwei Schwerverletzte. Bei dem von der Exekutive angeschossenen Einbrecher handelt es sich, wie nun bekannt wurde, um einen verurteilten Doppelmörder. Der österreichische Staatsbürger hatte nach der Hinrichtung eines Gendarmen und der Tötung eines Suchtgifthändlers lebenslange Haft ausgefasst.

Auf der Flucht vor der Polizei in Floridsdorf gab der 47-Jährige mehrere Schüsse in Richtung der ihn verfolgenden Beamten ab. Nach einem Warnschuss ins Erdreich feuerten die Polizisten gezielt zurück. Fünfmal soll der Mann getroffen worden sein. Als sich die Uniformierten dem am Boden liegenden Verdächtigen näherten, habe dieser noch versucht, eine Handgranate zu zünden. Das konnte von den Einsatzkräften gerade noch vereitelt werden, berichtete Polizeisprecher Paul Eidenberger. Der Mann schwebt noch in Lebensgefahr.

Kurz vor 19.45 Uhr raste ein Streifenwagen zum Tatort in der Helene-Richter-Gasse 6. An dieser Adresse liegt ein Müller-Drogeriemarkt. Zeugen wollen beobachtet haben, wie zwei maskierte Männer versuchten in das Geschäft einzubrechen. Als die Beamten zum Tatort zufuhren, war das Täter-Duo noch immer damit beschäftigt, in den Müller-Markt einzubrechen.

Schüsse auf Polizei

Als die Einbrecher die Beamten bemerkten, versuchte einer der beiden zu Fuß zu flüchten. Sein Komplize ließ sich widerstandslos festnehmen. Laut Polizei Pressestelle nahmen die Uniformierten die Verfolgung auf. Die Jagd ging im Sprint durch mehrere Straßen einer benachbarten Reihenhaus-Siedlung. Bei der Verfolgung gaben die Polizisten, so die Pressestelle, mehrere Schüsse in die Luft ab. Doch der flüchtige Kriminelle ließ sich dadurch nicht beeindrucken.

Vielmehr sorgte er für den Albtraum jedes Exekutivbeamten und für eine wahnwitzige Gefährdung der Bevölkerung: Denn plötzlich zog er eine Waffe. "Lasst mich in Ruhe, sonst erschieße ich euch alle", soll der 47-Jährige gedroht haben. Der Mann feuerte daraufhin mehrere Salven auf seine Verfolger ab – traf im Laufen aber glücklicherweise nicht. „Es dürften etwa 15 bis 20 Projektile gewesen sein“, erklärte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Schließlich schossen die Beamten gezielt zurück und trafen den Mann fünf Mal.

Polizist half Täter

Als der blutüberströmte Täter auf dem Gehsteig lag, leistete einer der engagierte Polizisten noch erste Hilfe. Dabei konnte neben der Faustfeuerwaffe auch die scharfe Handgranate sichergestellt werden. Nähere Angaben zu dem extrem aggressiven Täter und seinem Komplizen gab es in den Nachtstunden noch nicht. Laut Wiener Rettung schwebte der mehrfach angeschossene Einbrecher bei der Einlieferung in ein Spital am Montag in akuter Lebensgefahr. Am Dienstag hieß es aus dem Krankenhaus: "Er liegt auf der Intensivstation und ist nicht in unmittelbarer Lebensgefahr".

Kopfschuss auf Straße

Ebenfalls Montagabend fielen auch in Wien-Liesing Schüsse. Gegen 18.30 Uhr wurde einem serbischen Staatsbürger in der Purkytgasse 5 auf Höhe einer Billa-Filiale aus nächster Nähe mit einer Faustfeuerwaffe in den Kopf geschossen. Zunächst hatte es geheißen, der Mann habe einen Streifschuss abbekommen, da er zunächst noch ansprechbar war. Die Verletzung war offenbar aber doch schwerer. Der Polizei soll der 31-Jährige noch gesagt haben, dass es bei dem Streit um einen USB-Stick ging. Dienstagfrüh war der Mann noch im künstlichen Tiefschlaf.

Das Opfer hatte eine Glock 17 bei sich, bei der Tatwaffe handelte es sich um eine Pistole des Kalibers 9mm. Die beiden Widersacher des Mannes waren noch auf der Flucht, es soll sich laut Polizei ebenfalls um Serben handeln.