Nickelsdorf: Binnen kürzester Zeit waren 45 Helfer an der Unfallstelle auf der B10.

© /Rotes Kreuz

Warnschüsse
08/24/2015

Zwei Mal entkamen Schlepper der Polizei

Verletzte bei Schlepper-Unfall im Burgenland. In Wien irrten Flüchtlinge über die Tangente.

von Michael Berger, Georg Gesellmann

Ein Polizeieinsatz mit etlichen offenen Fragen: 30 auf der stark befahrenen Tangente umherirrende Asylwerber, vie in die Luft abgegebene Schreckschüsse und zwei flüchtige Schlepper – so liest sich die Bilanz eines Polizeieinsatzes von Montagnachmittag auf der Wiener Stadtautobahn.

Nach ersten Angaben der Exekutive hielten gegen 15 Uhr zwei Schlepper-Kleintransporter auf der Tangente Höhe Handelskai auf dem Pannenstreifen an. „Die Fahrer luden die Flüchtlinge aus den Fahrzeugen“, beschreibt Polizeisprecher Roman Hahslinger das Szenario. Diesen Vorgang beobachteten zwei Besatzungen von Streifenwagen. Seit Tagen patrouilliert die Polizei auf der Tangente und anderen Stadtausfahrten, um verdächtige Fahrzeuge zu kontrollieren.

Schlepper gaben Vollgas

So auch am Montag kurz nach 15 Uhr. Als die Polizisten auf Höhe Handelskai, Fahrtrichtung Süden die Schlepper-Fahrzeuge und die auf der Fahrbahn umherirrenden Flüchtlinge sahen, fuhren sie sofort zu den weißen Kastenwagen. Ab diesem Zeitpunkt gab es bis Montagnacht keine gesicherten Informationen über den Vorfall, da die beteiligten Beamten erst befragt werden mussten.

Tatsache ist, dass die zwei Schlepper mit ihren Klein-Lkw entkommen konnten, weil sie Vollgas gaben. Sekunden darauf schossen ein oder mehrere Polizisten vier Mal in die Luft. Eine Großfahndung verlief vorerst ergebnislos. Da die völlig verwirrten 30 Asylwerber zu diesem Zeitpunkt über die Tangenten-Fahrbahn taumelten, befanden sich die Menschen in akuter Lebensgefahr. Es kam aber glücklicherweise niemand zu Schaden.

37 verletzte Flüchtlinge

Auch im Burgenland hatten die Einsatzkräfte mit Schleppern alle Hände voll zu tun. Montagfrüh um 4.35 Uhr wurde die Rotkreuz-Rettungsstelle Neusiedl am See alarmiert, dass sich auf der B10 vor Nickelsdorf ein Verkehrsunfall mit „einer hohen Anzahl“ an Verletzten ereignet hatte. Zwei Schlepperfahrzeuge waren beteiligt.

„Ein Klein-Lkw ist dem anderen aufgefahren. Der vordere Laster wurde gegen einen Baum geschleudert und blieb auf dem Dach liegen“, schildert Polizei-Sprecher Wolfgang Bachkönig.

Binnen kürzester Zeit waren 45 Helfer vor Ort. 37 Unfallopfer, darunter sieben schwer Verletzte, wurden in die Spitäler Kittsee, Eisenstadt, Hainburg sowie in die Unfallstation Frauenkirchen eingeliefert.

Wie viele Flüchtlinge sich in den Lkw befunden hatten, ist noch nicht klar, da einige nach dem Crash wegliefen. Es dürfte sich aber um 70 bis 90 Menschen handeln. 60 Flüchtlinge wurden in die Sammelstelle Nickelsdorf gebracht. Von den Schleppern fehlt jede Spur. Sie flüchteten mit einem Wagen, der als Begleitfahrzeug diente.

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