Chronik | Wien 02.03.2018

Zahlreiche Mitarbeiter der Stadt im Langzeit-Krankenstand

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2016 gab es 2600 Fälle von durchgehender Abwesenheit von mehr als 50 Tagen.

Einmal mehr sorgen die häufigen Krankenstände der Mitarbeiter der Stadt Wien für Aufregung. Aktueller Anlass ist ein Bericht des Stadtrechnungshofs.

Demnach waren im Jahr 2016 im Magistrat der Stadt Wien (ohne Krankenanstaltenverbund/KAV) in insgesamt 4213 Fällen Mitarbeiter mehr als 30 Tage durchgehend im Krankenstand. In 2644 Fällen davon lag die krankheitsbedingte Abwesenheit durchgehend sogar bei mehr als 50 Tagen. Der Wiener Magistrat hat insgesamt rund 29.000 Bedienstete (ohne KAV).

"Das sind geradezu absurd hohe Zahlen", kommentiert Neos-Gemeinderat Christoph Wiederkehr die Krankenstandsdaten. Arbeiten bei der Stadt stelle offenbar ein enormes Gesundheitsrisiko dar. "Krankenstände in diesem hohen Ausmaß und von dieser langen Dauer sind in der Privatwirtschaft nicht möglich. Sie kosten der Stadt Wien Millionen Euro", sagt auch ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Ulm.

Eigentliches Ziel der Rechnungshof-Prüfer war es, zu klären, wie effizient das im Jänner 2013 von der MA 3 gestartete Pilotprojekt "Betriebliches Eingliederungsmanagement" funktioniert. Damit soll Mitarbeitern, die krankheitsbedingt ihre bisherigen Tätigkeiten nicht mehr ausführen können, ermöglicht werden, einen Job in einer anderen Dienststelle zu finden.

Wenig effizient

Das Ergebnis fällt nicht gerade schmeichelhaft aus. Zwar loben die Prüfer die engagierte, engmaschige Betreuung der Betroffenen. Andererseits konnten seitens der MA 3 gerade einmal 81 Personen für ein Eingliederungsmanagement namhaft gemacht werden. Generell gestalte sich die Eingliederung von Mitarbeitern nach längeren oder häufigen Krankenständen als schwierig. Oft fehle es an umfassender Information der Mitarbeiter.

Die MA 3 gelobt Besserung: Es sei geplant, alle Bediensteten, die einen mehr als 30 Tage durchgehenden Krankenstand aufweisen, zu einem Analyse- und Unterstützungsgespräch einzuladen. In der Folge werde dann ein arbeitsmedizinisches Arbeitsfähigkeitsprofil erstellt, mit dessen Hilfe beurteilt werden soll, welche Tätigkeit der Mitarbeiter noch durchführen kann.

( kurier.at ) Erstellt am 02.03.2018