Chronik | Wien
15.01.2012

Wilhelminenberg: Rechtsanwalt sammelt Spenden für Heimkinder

Johannes Öhlböck will die beiden Frauen, die den Stein rund um die Misshandlungen im Schloss Wilhelminenberg ins Rollen gebracht haben, nun kostenlos vertreten.

Die Diskussion um die Aussagen jener beiden Frauen, die im KURIER-Interview erstmals über Serienvergewaltigungen im ehemaligen Kinderheim Schloss Wilhelminenberg berichtet haben, reißt nicht ab.

Johannes Öhlböck will die beiden Frauen, die mittlerweile von der Stadt Wien entschädigt wurden, vor Gericht vertreten, um weiteren Schadensersatz geltend zu machen. Öhlböck: "Die Republik Österreich hat den beiden Frauen keine Verfahrenshilfe zuerkannt. Die Stadt Wien stellt sich auf den Standpunkt, dass die Ansprüche der beiden Frauen verjährt sind."

Der Anwalt selbst will die beiden ehemaligen Heimkinder kostenlos vertreten. "Als Rechtsanwalt fordere ich, dass diese Verbrechen und Schadenersatzansprüche daraus nicht verjähren dürfen. Die finanziellen Mittel der beiden Frauen sind eng begrenzt. Ich habe mich daher in diesem besonderen Fall entschlossen, sie unentgeltlich zu vertreten", sagt Öhlböck. Da jedoch keine Chance auf Verfahrenshilfe besteht, hat der Anwalt eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Via Internet soll Geld für die Finanzierung des Gerichtsverfahrens gesammelt werden.

Prominente Unterstützer sind unter anderem der ehemalige ZIB-Sprecher Gerald Groß und die ehemalige Ö3 -Moderatorin Daniela Zeller. Groß: "Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar. Daher unterstütze ich die Initiative von Dr. Öhlböck." Mittlerweile haben sich wieder zwei Frauen beim KURIER gemeldet, die sexuellen Missbrauch im Kinderheim Wilhelminenberg bestätigen. Es gibt aber auch Stimmen von Heimzöglingen, die sich Vergewaltigungen am Wilhelminenberg "nicht vorstellen" können.

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