Schöne Aussichten: Wiener-Wohnen-Direktor Josef  Neumayer, Architekt Werner Rebernig und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (v. li.) inspizieren den Ausbau im Gemeindebau Kapaunplatz.

© David Bohmann

Wiener Wohnen

Dachgeschoß-Boom im Gemeindebau

Die Stadt saniert ihre Wohnbauten und baut immer mehr Dächer aus. Nicht zur Freude aller.

von Elias Natmessnig

04/22/2015, 06:00 PM

Eine Dachgeschoßwohnung mit vier Meter hohen Wänden, moderner Küche, eigenem Balkon und das zu einem sozialen Preis. Was für viele wie ein Wunschtraum klingt, wird im Gemeindebau Kaupaunplatz in Brigittenau zur Realität.

Im Rahmen ihrer Sanierungsoffensive baut die Stadt sukzessive die Dachgeschoße der Gemeindebauten aus. Allein am Kapaunplatz werden knapp 80 Dachgeschoßwohnungen errichtet. "Insgesamt haben wir in Wien bereits 1000 Dachgeschoßwohnungen gebaut", sagt Wiener-Wohnen-Direktor Josef Neumayer. In den nächsten Jahren sollen insgesamt 440 neue Dachgeschoßwohnungen fertiggestellt werden. Beim Großteil der Wohnungen handelt es sich um Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen von 60 bis 80 Quadratmeter. Im Vergleich zum privaten Wohnungsmarkt sind die Wohnungen sehr günstig: Die Bruttomiete beträgt 7,7 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommt ein Finanzierungsbeitrag. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 57m² kostet etwa 439 € Bruttomiete (inklusive Betriebskosten und Steuern), der einmalige Finanzierungsbeitrag macht 3.645 Euro aus.

Eigenbau

"Wir errichten die Dachgeschoße selbst, weil wir nicht wollen, dass hier gewerbliche Bauträger das große Geschäft machen", sagt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP).

Er wolle aber auch weiterhin die soziale Durchmischung im Gemeindebau. Daher sind auch die Einkommensgrenzen hoch angesetzt. 3140 Euro netto im Monat darf man als Single verdienen, um eine Gemeindewohnung zu bekommen.

Von der Sanierungsoffensive profitieren auch bestehende Mieter. Neue Fenster und Wärmedämmung senken die Heizkosten , ältere Bewohner freuen sich über Lifte. Derzeit finden in 47 Anlagen mit rund 10.000 Wohnungen Sanierungen statt. 369 Millionen Euro kostet das. 174 Millionen fördert die Stadt. Der Rest wird aus Mietzinsrücklagen finanziert.

Reichen diese nicht aus, werden die Mieten für zehn Jahre erhöht – doch nicht jeder Mieter ist dafür. "Daher ist es nicht immer einfach, Sanierungen durchzuführen", sagt Ludwig. "In einem Gemeindebau in Floridsdorf ist zum Beispiel ein einziger Mieter dagegen. Er geht durch alle gerichtliche Instanzen, die Sanierung verzögert sich so dramatisch."

Grundsätzlich könne man mit der Wohnbeihilfe Härtefälle ausgleichen. Aber auch die Stadt hat daraus gelernt. Ein neues Baumanagement arbeitet nun die Sanierung aus und legt das fertige Konzept erst dann den Mietern vor.

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