Chronik | Wien
24.11.2017

Wiener SPÖ: Allianzen und Präferenzen

Bures und Cap betonen Präferenz für Ludwig, Strobl hält Schieder für "ausgezeichneten Kandidaten".

Am heutigen Freitag präsentieren sich die beiden Kandidaten für die Nachfolge des Wiener SPÖ-Parteichefs Michael Häupl, Michael Ludwig und Andreas Schieder, erstmals offiziell den Parteigremien. Vor Beginn der Vorstandssitzung äußerten einige Genossen bereits ihre Präferenzen. Einig sind sich alle, dass der interne Wahlkampf nicht zu einer Spaltung der Partei führen werde.

Bures und Cap für Ludwig

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures, die sich als eine der Ersten klar für Ludwig ausgesprochen hatte, bekräftigte beim Eintreffen vor dem Rathaus ihre Entscheidung für den Wohnbaustadtrat. Ludwig sei "ein Sozialdemokrat mit Leib und Seele" und außerdem ein Intellektueller, der "nie die Bodenhaftung verloren" habe. "Er hat ein G'spür für die Leute", sagte Bures vor Journalisten, fügte aber auch hinzu, dass sie beide Kandidaten für qualifiziert halte. Auf die Frage, welche Chancen sie Ludwig ausrechne, antwortete sie: "Ich glaube, dass Michael Ludwig großes Vertrauen genießt". Sie gehe davon aus, dass es "ein fairer Wettstreit" wird.

Auch der langjährige Nationalratsabgeordnete und Ex-Klubchef Josef Cap stellte sich hinter Ludwig. "Michael Ludwig ist seit zehn Jahren im Stadtsenat, in einem der schwierigsten Ressorts", was er "exzellent gemeistert" habe, meinte er. Auch Cap geht von einem geordneten Wettstreit aus. Einen "Boxkampf" werde man nicht erleben. "Es sind zwei kultivierte Personen, die das in Würde und Respekt austragen werden", zeigte er sich überzeugt.

Strobl steht hinter Schieder

Fritz Strobl, Gemeinderat und Vorsitzender der SPÖ Währing, bekräftigte dagegen seine Präferenz für den geschäftsführenden Klubobmann des Parlaments. Er halte Schieder "für einen ausgezeichneten Kandidaten", sagte Strobl. Schieder könne die Partei zusammenführen, stehe für einen Generationenwechsel und sei ein Signal gegen die schwarz-blaue Regierung. Eine Spaltung der Partei befürchtet Strobel wie auch seine Parteigenossen nicht. "Im Gegenteil, das ist ein Demokratisierungsprozess."

Jan Krainer, Vorsitzender der Wahlkommission, wollte seine Präferenz nicht öffentlich machen. "Ich habe meine Entscheidung schon getroffen. Es wissen alle bei mir im Bezirk", sagte er. Noch nicht entschieden hat sich Eva Sager, Vorsitzender des VSSTÖ Wien. Es werde sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen, welcher Kandidat für ein offenes Wien stehe und sich mehr für die Jugend ausspreche, sagte sie.