Chronik | Wien
27.01.2015

Wiener Mordopfer: Flucht wegen Transsexualität

35-Jährige flüchtete aus der Türkei nach Wien und beantragte Asyl.

In ihrer Heimat wurde sie geächtet und verfolgt: Homosexualität und Transsexualität sind in der Türkei Tabuthemen. Hande Ö. flüchtete deshalb nach Wien und beantragte Asyl. Am vergangenen Sonntag wurde ihre Leiche in einer winzigen Wohnung in der Haymerlegasse in Wien-Ottakring gefunden. Die 35-Jährige war erdrosselt worden - der KURIER berichtete. Am Dienstag war die Spurensicherung nochmals am Tatort. Der Freundes- und Bekanntenkreis wurde intensiv befragt. "Wir haben derzeit wenige Anhaltspunkte", sagt Polizei-Sprecher Patrick Maierhofer. Ursprünglich war davon die Rede, dass das Mordopfer ein Mann gewesen sei – was aus behördlicher Sicht wohl auch stimmt.

"Aber sie war eine blonde, schöne Frau. Sehr grazil und sehr weiblich", beschreibt sie eine Bekannte. Und: Hande Ö. war politisch engagiert und setzte sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender-Personen ein.

Die 35-Jährige dürfte bereits seit eineinhalb Wochen tot gewesen sein. Die Ermittler fanden sie nackt auf dem Boden liegend. Ihre Hände waren auf dem Rücken mit einem Tuch zusammengebunden. Mit einem Tuch dürfte sie auch erdrosselt worden sein. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Rotlicht-Szene.