Wiener Gürtel wieder frei

Bauarbeiter sind mit einem Bagger auf einer belebten Straße im Einsatz.
Eine geborstene Wasserleitung beim Lerchenfelder Gürtel legte am Montag mehrere Häuser trocken und den Stadtverkehr lahm.

Die Sanierungsarbeiten am Wiener Gürtel nach dem Wasserrohrbruch am Montag sind abgeschlossen. Alle vier Spuren des äußeren Lerchfelder Gürtels sind wieder frei befahrbar, teilte der ÖAMTC Dienstagfrüh mit. Wegen des Rohrbruchs war der Gürtel zwischen Koppstraße und Gablenzgasse am Montag ab 4:30 Uhr komplett gesperrt worden. Im Frühverkehr kam es daraufhin zu massiven Staus.

Wohnhäuser trockengelegt

Ein Wasserrohrbruch am Lerchenfelder Gürtel legte Montagfrüh zehn Wohnhäuser zwischen der Koppstraße und der Gablenzgasse trocken – und den dichten Frühverkehr lahm. Die Wiener Wasserwerke reagierten prompt, stellten für die 150 betroffenen Mieter Tanks zur Wasser-Abholung auf und begannen, die undichte Stelle freizu­legen. Nur langsam, mit jedem aufgebrochenen Quadratmeter Asphalt, wurde das enorme Ausmaß des Schadens sichtbar. "Rund 500.000 Liter", rechnete Franz Weyrer, der Leiter des Wiener Rohrnetzes, vor, "sind ausgetreten." Die Wassermassen spülten den Sand unter der Fahrbahn aus. Unter der Betondecke entstanden Hohlräume. Solche Situationen sind gefährlich, denn der Asphalt könnte unter der Last eines Autos nachgeben. Weyrer ließ deshalb zuerst alle vier Fahrbahnen sperren, gab dann eine Spur wieder frei – für Autos, nicht für den Schwerverkehr. "Wir müssen rund 150 Quadratmeter neu asphaltieren", sagt Weyrer. Am Abend, nach der Rushhour, begannen die Arbeiten, die bis Dienstagmittag dauern sollen.

Politikum

Ein gelber Bagger hebt Erde aus einer Baugrube, während Bauarbeiter die Arbeiten beobachten.

Während die Arbeiter in der Sonne schwitzten, ist im Rathaus eine hitzige Debatte entbrannt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Jedes große Gebrechen wird zum Politikum. Statt "zügig zu sanieren, wartet man einfach bis etwas passiert", ätzt die ÖVP. Im Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima heißt es: "Wiener Wasser arbeitet auf Hochtouren, war sofort vor Ort und hat alles im Griff."

Zu Jahresbeginn startete die Stadt eine "Wasserrohrnetz-Offensive". Das Budget wurde von 30 auf 50 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Pläne, das 3000 Kilometer lange Rohrnetz zu sanieren, gibt es. Die Gretchenfrage lautet: Wo ist der Sanierungsbedarf am größten? Die Ingenieure der Wasserwerke versuchen mit "Lauschangriffen" und Berechnungen, lädierte Leitungen auszuforschen. Prioritäten liegen auf Verkehrsadern, wie dem Gürtel, dessen westlicher Abschnitt zum Teil schon saniert ist. Vor allem die Last von Transportern schädigt das Rohrnetz. In zwei Jahren wären die Leitungen beim Lerchenfelder Gürtel erneuert worden.

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