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Park-&-Ride
12/07/2012

Wien zahlt für Parkplätze in NÖ mit

Mehr Stellflächen für Pendler und Geld für Badener Bahn

von Matthias Hofer

„Wir haben sehr viele freundliche Akte“, sagt Erwin Pröll. „Fast ausschließlich“, sagt Michael Häupl. Und beide strahlen. Zwei Freunde. Vergessen sind die Tage, als der nö. Landeshauptmann Wien einen „unfreundlichen Akt“ unterstellte. Anlass dafür war die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in der Bundeshauptstadt. Hoffnungslos überfüllte Garagen waren die Folge. Die Ausweichbewegung Tausender Auto-Pendler in pickerlfreie Bezirke machte das Parkplatzchaos perfekt.

Bürgermeister und Landeshauptmann versprechen jetzt eine Verbesserung der Situation – wenn die Pendler auf die Öffis umsteigen. Der Lösungsansatz heißt: Mehr Park-&-Ride-Plätze rund um Wien. Rund 34.000 gibt es aktuell in Niederösterreich. „Bis Ende 2015 werden insgesamt 3700 neue Stellplätze errichtet“, sagt Pröll. Und Wien wird den Ausbau mitfinanzieren. An den Gesamtkosten von etwa 20,5 Millionen Euro wird sich die Stadt mit 2,7 Millionen Euro beteiligen. Wie in der Vergangenheit werden auch die ÖBB beim Ausbau mitzahlen. Mehr als acht Millionen Euro zahlt Niederösterreich.

Öffis

Pendler sind uns willkommen, aber wir müssen unseren Parkraum so gestalten, dass die Wiener ihre Autos abstellen können“, verteidigt Häupl die Pickerlzonen. Die Verkehrsmittel-Wahl müsse sich zugunsten des öffentlichen Verkehrs entwickeln. „Die Entscheidungsfreiheit, wie jemand zur Arbeit fährt, soll bleiben, aber wir wollen klarmachen, was vernünftig ist und was nicht.“

Die zusätzlichen Autoabstellflächen seien bei täglich 120.000 Arbeitspendlern „nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“, kritisiert ÖAMTC-Interessenvertreter Bernhard Wiesinger. Auch beim öffentlichen Verkehr gebe es unbeantwortete Fragen. „Es kann nicht sein, dass Umsteiger künftig statt im täglichen Stau auf der Tangente in überfüllten Zügen und U-Bahnen stehen.“

Niederösterreich und Wien haben aber auch am Öffi-Sektor Pläne. In die Badener Bahn – ein Zubringer aus dem Süden Wiens – würden bis 2020 insgesamt 270 Millionen Euro investiert. „So soll es dort in Zukunft durchgängig einen 7,5-Minutentakt geben“, informiert Pröll. Dazu bedürfe es einer Sanierung der Strecke. Zusätzlich wird neues Wagenmaterial angeschafft sowie eine neue Remise und eine neue Werkstätte gebaut werden. Ziel sei, die Zahl der Fahrgäste von derzeit 30.000 pro Tag auf 50.000 zu steigern.

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