Chronik | Wien
16.01.2018

Wien unter zwölf am meisten gefährdeten Kulturstätten Europas

Nominierung von "Europa Nostra". Bis 1. Februar muss Österreich Stellungnahme an die UNESCO schicken.

"Europa Nostra" erhöht den Druck auf Wien. Die Denkmalschutzorganisation hat das Historische Zentrum von Wien auf die Shortlist der "7 am meisten gefährdeten Stätten" ("7 Most Endangered"-Program) gesetzt.

Die Nominierungsliste umfasst zwölf Kulturstätten. Ausgewählt werden die Objekte aufgrund "ihrer außerordentlichen Bedeutung für das kulturelle Erbe sowie aufgrund ihrer unmittelbar drohenden Gefährdung".

Die finale Liste wird am 15. März bekannt gegeben. Neben Wien sind etwa der Palazzo Sammezzano in der Toskana (Italien), das Kloster und die Eremitage von Gareji (Georgien) oder die Eisfabrik Gromby (Vereinigtes Königreich) auf der Shortlist.

Die Liste ist als Handlungsaufforderung zu verstehen, meint "Europa Nostra"-Präsident: "Wir rufen die Akteure auf, gemeinsame Anstrengungen zur Rettung dieser Kulturschätze zu unternehmen."

Rote Liste

Dazu wurde die Republik Österreich von der UNESCO-Kommission bereits im Juli 2017aufgefordert. Wie berichtet, ist die UNESCO-Stätte "Historisches Zentrum von Wien" bei der UNESCO-Sommerkonferenz in Krakau auf die rote Liste gesetzt worden. Die UNESCO stößt sich an der Höhe und Kubatur des neuen Bauprojekts am Heumarkt. Vor allem der 66 Meter hohe Turm würde die Kulturstätte maßgeblich beeinträchtigen. Schon zu Beginn der Planungen am Heumarkt habe die UNESCO deutlich gemacht, dass ein neues Projekt die aktuelle Höhe des Hotel Intercontinental (43 Meter) an dieser Stelle nicht übertreten dürfe.

Bis 1. Februar ist die Republik aufgefordert, eine Stellungnahme an die UNESCO zu schicken.

Finden keine Änderungen statt, könnte Wien bei der Konferenz Ende Juni seinen UNESCO-Titel endgültig verlieren.