Chronik | Wien
11.07.2017

Wien: Schubhäftling setzte seine Zelle in Brand

Polizisten schritten sofort ein und löschten den Brand; niemand wurde verletzt.

Durch ihre rasche Reaktion konnten Polizeibeamte im Schubhaft-Zentrum am Hernalser Gürtel am frühen Montagabend eine brandgefährliche Situation entschärfen.
Gegen 18 Uhr drangen plötzlich Schreie und Rauch aus einer Zelle. Ein 34-jähriger Schubhäftling aus Nigeria – er war aus disziplinären Gründen in einer Einzelzelle untergebracht – hatte laut Polizeiangaben Feuer gelegt. Nach aktuellem Ermittlungsstand zündete der Mann mit einem Feuerzeug in der Zelle Klopapier und ein Handtuch an.

In der Ecke gekauert

Als die Polizisten die Zellentür öffneten, saß der Nigerianer in einer Ecke gekauert. Er wurde sofort aus dem Haftraum gebracht. Das Feuer konnte von den anwesenden Beamten noch vor Eintreffen der Berufsfeuerwehr gelöscht werden; es entstand lediglich leichter Sachschaden. Laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer soll bis auf Brandspuren in der Zelle nicht viel zu sehen sein.

Der 34-Jährige wurde zur Sicherheit in einem Krankenhaus gebracht, konnte aber nach kurzer Untersuchung wieder entlassen werden. Die Nacht verbrachte der Nigerianer bereits wieder im Polizeianhaltezentrum – in einer anderen Zelle.

Ob die Brandstiftung als Protesthandlung oder Folge einer Psychose einzustufen ist oder gar ein Suizidversuch vorliegt, stand Dienstagvormittag noch nicht fest. Andere Personen wurden durch den Vorfall weder verletzt noch gefährdet.