Chronik | Wien
09.03.2014

Park Hyatt Hotel: Wo das Geld schläft

Hochbetrieb in der ehemaligen Bankzentrale. Der Luxusbetrieb startet im Juni.

Säckeweise Bauschutt, Stahlgerüste und meterlange Kabeln, wo in knapp drei Monaten Cocktails und Kaviar an Damen in Pelzmänteln und Herren mit teuren Uhren serviert werden sollen. In den Räumlichkeiten Am Hof in der Wiener City wird eifrig gearbeitet; die ersten der 143 Zimmer werden langsam fertig. Im Juni sollen bereits Gäste in Österreichs erstem Park Hyatt empfangen werden.

Ein bisschen Stress hat Ludger Wälken dadurch schon. Deswegen stehen beim Projektleiter der Signa Holding derzeit viel Sport und gesundes Essen auf dem Programm. "Jetzt darf keiner mehr krank werden", sagt Wälken, während er den KURIER über die Baustelle in der ehemaligen Bankzentrale führt. Das Hotel Am Hof ist sein bis dato längstes und größtes Projekt.

Strenger Zeitplan

600 Arbeiter, davon 200 Kunsthandwerker, werken im künftigen Hotel. 70 Lkws bringen täglich neues Material. Um das zu bewerkstelligen, gibt es einen strengen Zeitplan: "Jeder Lkw hat zum Ausladen genau zehn Minuten Zeit." Wälken vergleicht den Aufwand mit einer "Dom-Restauration".

Der Lieblingspart des Projektleiters: die Bel Etage; die ehemaligen Direktorenzimmer und jenes Geschoß, das beim Brand im November 2011 schwer beschädigt wurde. "Das hat uns vier Monate gekostet", sagt Wälken. Was ging, wurde restauriert, alles andere originalgetreu rekonstruiert.

Die Holzteile wurden, wie früher üblich, mit Knochenleim geklebt; der Stein für die Kamine aus denselben Steinbrüchen geholt wie beim ersten Mal und die Luster historischen Fotos nachgebaut. Von der modernen Technik soll der Gast nichts mitbekommen; die Lautsprecher werden versteckt, der Fernseher kann nach Belieben aus dem Kamin ausgefahren werden.

Mitarbeitersuche

Während Wälken die Bauarbeiten mit Argusaugen überwacht, ist Monique Dekker auf der Suche nach Mitarbeitern: insgesamt werden 200 Mitarbeiter im Haus tätig sein. Als erstes Hyatt Hotel in Österreich gilt es zudem, alles neu aufzubauen – von den Uniformen bis zum Arbeitsschutz. Bereits in Singapur, Tokio und zuletzt Düsseldorf tätig, fühlt sich Dekker in der österreichischen Hauptstadt wohl, besucht gerne Kneipen oder schlendert über den Kutschkermarkt.

Dekker gefällt der Mix aus "Kultur, Tradition und Moderne" in der Stadt, und diesen versucht man im Hyatt auch einfließen zu lassen. In der 170 Quadratmeter große Präsidentensuite wird ein Bösendorfer-Piano stehen und ein Chandelier von Lobmeyr hängen. Je nach Saison muss der Gast dafür mindestens 4000 Euro bezahlen.

Eigene Gäste

Sorge, dass das Luxussegment am Wiener Hotelmarkt derzeit ausgelastet ist, hat man im Hyatt nicht. Dekker ist überzeugt: "Durch unser Loyalitätsprogramm Hyatt Gold Passport werden sich sicher viele bereits vorhandene Park-Hyatt-Gäste auch für unser Hotel in Wien entscheiden."

Und der 1000 Quadratmeter große Spa-Bereich im Keller mit Pool im Tresorraum wird auch externen Personen und Spa-Mitgliedern zur Verfügung stehen. Preise stehen dafür noch nicht fest. Bewohner der angrenzenden Wohnungen im Goldenen Quartier werden einen Rabatt bekommen.

Die Entstehung des Park Hyatt