Chronik | Wien 04.12.2016

Wien: Mit Geisterautos gegen Diebe

Vor allem in der City, wie hier am Graben, sollen die Einsatzfahrzeuge Täter abschrecken © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Leere Einsatzfahrzeuge werden im Advent an neuralgischen Punkten platziert.

Mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahme geht die Wiener Polizei im Advent gegen potenzielle Taschen-, Laden- und/oder Trickdiebe vor. Die Exekutive platziert Einsatzfahrzeuge an neuralgischen Punkten. Und zwar auf Einkaufsstraßen sowie in der Nähe von Advent- und Weihnachtsmärkten. Auch vor U-Bahnstationen, vor allem in der City, wurden in den vergangenen Tagen verstärkt Polizeiautos – gut sichtbar – abgestellt.

Präsenz zeigen

Polizeisprecher Thomas Keiblinger erklärt die Strategie: "Die Fahrzeuge zeigen Präsenz, und sie schrecken daher vor geplanten Straftaten ab. Jeder Täter weiß, selbst wenn kein Beamter im Fahrzeug sitzt, dass die Kollegen sicher in unmittelbarer Nähe sind." Weiters können die Autos – bei einer Verfolgung – schneller bestiegen werden und Fluchtwege somit abgesperrt werden.

Die Schwerpunktaktion soll der Bevölkerung zusätzlich zeigen, dass die Exekutive vor Ort ist und dass Uniformierte durch die Einkaufsstraßen patrouillieren. Die silber/rot/blauen Einsatzfahrzeuge werden auch mehrfach umgestellt. Mutmaßliche Kriminelle sollen den Eindruck erhalten, dass Dutzende Polizeiautos im aktuellen Tageseinsatz stehen. Neben konventionellen Streifenwagen setzt die Landespolizeidirektion Wien nun auch Mannschaftsbusse ein. Die wichtigsten Standorte dabei sind Hotspots wie der Stephansplatz/Stock-im-Eisen-Platz, die Wollzeile, der Graben, Schwedenplatz, Franz-Josefs-Kai und etwa der Morzinplatz.

Mehr Zivilstreifen

Neben dieser Geisterauto-Taktik verstärkte die Wiener Exekutive auch die Zivilstreifen. Denn neben den Beamten der Einsatzgruppe gegen Straßenkriminalität (EGS) schicken Wachzimmer-Kommandanten vermehrt Polizisten in Zivil unter das Shopping-Publikum auf die Einkaufsstraßen und Weihnachtsmärkte. Keiblinger dazu: "Wenn auf den Polizei- Inspektionen Kapazitäten frei sind, dann wird in Zivilkleidung im Grätzl patrouilliert."

Die Maßnahme mit den leeren Fahrzeugen dürfte jedenfalls zum Erfolg führen. Denn in der ersten Adventwoche sollen Taschen-, Trick- und Ladendiebstahls-Delikte zurück gegangen sein. Auffällig: Die in den vergangenen Jahren hochaktiven Jugendbanden aus Rumänien und Bulgarien sind bis dato nicht auffällig geworden.

( kurier.at ) Erstellt am 04.12.2016