Chronik | Wien
08.01.2018

Wien: Grippe-Impfstoff nicht mehr lieferbar

Wirkt gegen Influenza-B-Viren der Linie Yamagata, die mehr als die Hälfte der Erkrankungen ausmachen.

In den Apotheken sind an sich genügend Impfstoffe gegen Influenza vorhanden - allerdings kann der Großhandel keine Vierfach-Impfstoffe nachliefern, die gegen Influenza-B-Viren der Linie Yamagata wirken. Solche haben in der bisherigen Saison mehr als die Hälfte der Grippe-Fälle verursacht.

"Möglicherweise sind noch Bestände an Vierfach-Impfstoffen in Apotheken verfügbar", sagte Stefan Deibl von der pharmazeutischen Abteilung der Österreichischen Apothekerkammer am Montag der APA. "Die Apotheken können allerdings nicht mehr beliefert werden." Zwei der drei Vierfach-Impfstoffe, nämlich jene für Erwachsene, seien in Österreich heuer erstmals verfügbar gewesen, erläuterte Deibl.

Die Herstellung von Grippe-Impfstoffen ist eine aufwändige Sache. Sie beginnt - folgend einer Empfehlung der WHO, gegen welche Virusstämme Vakzine produziert werden müssen - jeweils im Frühjahr. Im Herbst ist die Herstellung abgeschlossen, dann werden die Apotheken durch den Großhandel beliefert, damit die Impfstoffe vor dem Beginn der Influenza-Saison zur Verfügung steht.

Influenza-B-Infektionen sind in der Regel mit weniger starken Symptomen verbunden als Influenza-A-Infektionen. Die weiterhin verfügbaren Impfstoffe wirken zwar auch gegen B-Stämme, jedoch nicht gegen die grassierende Linie B/Yamagata. Die Apothekerkammer hält grundsätzlich an ihrer Empfehlung fest, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Eine Immunität stellt sich nach zehn bis 14 Tagen nach der Impfung ein - die Grippewelle in Österreich ist erst im Anlaufen. Nach Ende Dezember veröffentlichten Zahlen des Diagnostischen Influenza Netzwerks Österreich war die Influenzaaktivität zwar gering, wies aber eine steigende Tendenz auf.