Chronik | Wien
19.04.2017

Wien: Die schwierige Arztsuche an den Wochenenden

Mediziner kritisiert zu geringe Vergütung durch die Krankenkassen.

Bis zur Neuaufstellung der medizinischen Versorgung außerhalb der Spitäler ist es noch ein weiter Weg. Besonders an den Wochenenden ist es für Patienten schwierig, eine offene Arzt-Ordination zu finden.

Woran es in der Praxis hakt, zeigt das Beispiel des Wiener Gruppenpraxis-Chirurgen Friedrich Weiser, dessen Liesinger Ordination mit einem Partner auf Endoskopien (Magen, Darm) spezialisiert ist und an jedem Tag der Woche geöffnet hat. "Samstag ab Mittag zahle ich für meine Mitarbeiter 50 Prozent dazu, am Sonntag sind hundert Prozent Zuschlag zu zahlen", sagt er. Die Krankenkassen-Tarife würden darauf aber keine Rücksicht nehmen.

Dabei sei das Kassenhonorar für eine Darmspiegelung an sich nicht kostendeckend. Aus Untersuchungen gingen Kosten von rund 350 Euro pro Patient hervor. "Wir bekommen aber rund 200 Euro", sagt Weiser. Im Endeffekt komme man nur über "Massenabfertigung" über die Runden, klagt der Mediziner.

Dauerstreit

Seit Jahren wird über die Gewährleistung von Primary Health Care (PHC) via Gruppenpraxen, eigene Zentren oder Ärztenetzwerke gesundheitspolitisch gestritten. Ein eigenes PHC-Gesetz soll die Rahmenbedingungen schaffen. "Die Ärztekammer wehrt sich dagegen, dass Kapitalgesellschaften der Zugang zur Medizin eröffnet werden soll. Da würden die Kosten explodieren. "Wir wollen auch nicht, dass eine benachbarte Ordination für die gleiche Leistung ein anderes Honorar bekommt, wenn der Gesamtvertrag kippt", sagt Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

Es gebe nunmehr einen PHC-Gesetzesentwurf, der wahrscheinlich in absehbarer Zukunft in die Begutachtung gehe.