Chronik | Wien
19.04.2017

Hausräumung in Wien: Besetztes Haus ist unbesetzt

Polizei zieht wieder ab, von den Besetzern fehlt jede Spur.

Die Polizei hat am Mittwoch das Haus in der Kienmayergasse 15 in Wien-Penzing geräumt. Bei der Räumung des besetzen Gebäudes war niemand mehr anwesend.

Die Polizisten fanden in dem Haus keine Aktivisten vor. Auch die angrenzenden Häuser wurden kontrolliert. Von den Besetzern, die die Immobilie am Ostersonntag in Beschlag genommen hatten, fehlte jede Spur. "Ostern ist vorbei, alle Nester sind ausgeräumt", sagte ein Beamter zur APA.

Die Einsatzkräfte machten sich am frühen Nachmittag daran, ihre Gerätschaften wegzuräumen. Auch der bereitgestellte Panzerwagen wurde abgezogen.

WEGA-Beamte hatten das Haustor mit einem Brecheisen geöffnet. Die Einsatzkräfte schützen sich mit Schildern gegen etwaige Wurfgeschosse von oben, es kam jedoch nichts aus den Fenstern geflogen.

Die Polizisten begannen damit, Sessel und anderes Mobiliar aus dem Stiegenhaus zu entfernen. Zumindest der Eingangsbereich sah aber nicht massiv verbarrikadiert aus. Die Polizisten gingen mit Motorsägen in das Stiegenhaus, um offenbar weitere Barrikaden zu entfernen. Aus dem Gebäude drang der Lärm der Geräte nach draußen. Rund um die Auflösung der Hausbesetzung standen etwa 150 Beamte im Einsatz, schrieb die Polizei am Mittwochvormittag auf Twitter. Auch ein Polizei-Panzer wurde aufgefahren.

Bilder von der Räumung

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Die Polizei hatte in der Früh mitgeteilt, dass die Besetzung des Gebäudes im Lauf des Tages "nach den Bestimmungen des Sicherheitspolizeigesetzes aufgelöst" wird. Aufforderungen des Besitzers der Immobilie an die Aktivisten, das Haus zu verlassen, verliefen bisher ohne Erfolg.

Auch von der Polizei waren "zahlreiche Versuche unternommen worden, mit den Besetzern in einen Dialog zu treten". Die Bemühungen für eine Deeskalation der Situation seien aber "fruchtlos" geblieben, hieß es in der Aussendung. Wie viele Personen sich in dem Haus aufhielten, war Mittwochfrüh unklar. Am Dienstag war die Polizei von 20 bis 30 Aktivisten ausgegangen.

Im Nahbereich des Hauses wird die Polizei für den Dauer des Einsatzes eine Totalsperre für den gesamten öffentlichen Verkehr einrichten. Diese gilt "ausnahmslos auch für Fußgänger und Medienvertreter". Dadurch soll einerseits der Einsatz nicht gestört und andererseits Unbeteiligte nicht gefährdet werden.

Video: Interview Polizeipressesprecher Eidenberger