Apotheke Christine Keckeis

© Anna-Maria Bauer

Wien
03/01/2013

Apotheken bleiben länger offen

Ab Freitag sind 39 Apotheken werktags und 16 am Samstag länger für ihre Kunden da.

von Anna-Maria Bauer

Wer kennt das nicht: Man geht nach der Arbeit noch schnell zum Arzt, bekommt ein Rezept ausgestellt, fährt zur Apotheke – doch die hat bereits zu. Das ist ab Freitag anders. Denn mit 1. März, tritt in Wien die neue Verordnung in Kraft, die Apotheken längere Öffnungszeiten ermöglicht. Konkret haben Apotheken nun die Möglichkeit werktags bis 19 Uhr (statt 18 Uhr) und Samstag bis 18 Uhr (statt 12 Uhr) offen zu haben.

„Das Angebot ist vor allem für Apotheken in frequenzstarken Lagen gedacht“, erklärt die Präsidentin der Apothekerkammer Andrea Vlasnek. Die Apotheken haben auch die Möglichkeit, die Änderung nur tageweise anzunehmen. „Darauf greifen vor allem jene Pharmazeuten zurück, die sich an den Abenddienst der naheliegenden Ärzte anpassen möchten.“

Gemischte Reaktion

Die Apotheken sehen den neuen Öffnungszeiten mit gemischten Gefühlen entgegen. Christine Keckeis, Besitzerin der Heilborn-Apotheke am Westbahnhof, wird nichts verändern. „Für uns als Kleinbetrieb zahlt sich das nicht aus. Wir haben auch gar nicht die Kapazität.“ Ihrer Meinung nach hätten sich die Menschen bereits an die aktuellen Zeiten gewöhnt. „Als ich klein war, gab es sogar oft noch Mittagspausen. Das war auch kein Problem.“

Ein paar Hundert Meter die Mariahilfer Straße stadteinwärts stößt man auf die Apotheke Zur Kaiserkrone, die das neue Angebot gerne annimmt. Pharmazeut Wendelin Rauch glaubt, dass die neue Regelung den Kunden sehr entgegenkommen wird. Auch die Kreuz-Apotheke gegenüber des Generali-Centers steigt auf das Angebot ein. „Mitten auf so einer stark besuchten Einkaufsstraße haben wir natürlich besonders während der Öffnungszeiten der Geschäfte regen Andrang“, sagt Apotheker Yasser Saber.

Auch Wiens Bevölkerung ist sich uneinig. So findet es Roland Egger, 35, hervorragend, dass er in Zukunft auch am Samstagnachmittag schnell noch in die Apotheke gehen kann. Ebenso freut sich die 31-jährige Birgit Lindner. „Gerade für mich als junge Mutter ist das angenehm. Es war schon öfters so, dass die Kleine was hatte und ich mir mühsam die nächste Notfallapotheke suchen musste.“

Die 27-jährige Dominique Stöger findet jedoch, dass diese Veränderung unnötig ist. „Es gibt doch die Bereitschaftsapotheken, dort bekomme ich ja eh alles.“

Bereitschaftsdienst

Diese Rund-um-die-Uhr-Versorgung bleibt von der Veränderung unangetastet. „35 Apotheken sind jederzeit für die Wiener da. Das ist in Stein gemeißelt“, verspricht Vlasnek. Die neuen Öffnungszeiten stellen ein zusätzliches Angebot dar.

Die Apotheken sind auch nicht verpflichtet in den verlängerten Öffnungszeiten regulär geöffnet zu haben, sondern können lediglich Bereitschaft anbieten. Dies spart Personal, da nur ein Pharmazeut anwesend sein muss. Befindet sich eine Apotheke in Bereitschaft, dann darf der Verkauf laut Apothekerbetriebsordnung nur über die Bereitschaftsdienstausgabe (die sogenannte „Nachtklappe“) erfolgen.

Detailinformationen zu den Öffnungszeiten finden Sie unter www.apotheker.or.at

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