Chronik | Wien
14.04.2017

Wien: Ab heute ist ein Teil der U4 gesperrt

U-Bahn fährt nur zwischen Hütteldorf und Schottenring. Die Linie 58 wird eingestellt.

"Es ist eine kleinere Baustelle – aber an einem neuralgischen Punkt", sagt Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien. Ab heute fährt die U4 wie berichtet nur zwischen Hütteldorf und Schottenring. Denn bis inklusive Ostermontag werden neue Weichen eingebaut. "Wir arbeiten die Nächte durch, damit sich die Arbeiten in diesem engen Zeitfenster auch ausgehen", erklärt Gries. Zwei Weichen werden ausgebaut, vier Weichen und eine Weichen-Kreuzung eingebaut.

Für die Fahrgäste der U4 fährt die Ersatzstraßenbahnlinie E4 auf der Strecke der Linie D bis nach Nussdorf. Auch der D-Wagen fährt während der Dauer der Bauarbeiten über den Kai und unterstützt somit die Ersatzlinie E4. Von der vorläufigen U4-Endstation Schottenring können die Fahrgäste direkt in die Ersatzlinien umsteigen.

Die Sperre muss am Wochenende vom29. April bis 1. Mai wiederholt werden. Grund für die abermalige Betriebsunterbrechung sind einmal mehr Weicheneinbauten zwischen den Stationen Spittelau und Roßauer Lände.
Die grüne Linie steht immer wieder wegen ihrerStörungsanfälligkeitin der Kritik. Fast den ganzen Sommer 2016 mussten Fahrgäste zudem auf den Schienenersatzverkehr zwischen Hütteldorf und Schönbrunn umsteigen, da die U4 saniert wurde. Die Hoffnung auf weniger Störungen nach der Teilsanierung erfüllte sich aber nicht. Ein Zwischenfall Ende 2016 brachte die Fahrgäste dabei in echte Gefahr: Wie KURIER-Recherchen ergaben, fuhr am siebten Dezember eine Garnitur der U4 zwischen den Stationen Schwedenplatz und Landstraßemit einer offenen Tür.
Wie aus Statistiken der Verkehrsbetriebe hervorgeht, war die U4 nach der Renovierung weit störanfälliger. Seit der Wiedereröffnung am 5. September 2016 gab es bis Jahresende acht Weichen- und 13 Signalstörungen. 45-mal kam es wegen einer schadhaften Garnitur zu Verzögerungen. Drei Mal störte ein Gleisschaden den Betrieb (siehe Grafik). Im Vergleichszeitraum 2015 kam das Problem mit den Gleisen zwar ebenso oft vor, die anderen Defekte waren aber marginal; nur drei Weichen-, eine Signalstörung und sieben schadhafte Fahrzeuge. 2017 setzt sich das Muster fort. Es gab bereits neun schadhafte Fahrzeuge, drei Signalstörungen und eine Weichenstörung.
Der Musterschüler war 2016 die U2. Sie stand in der untersuchten Zeitspanne nur drei Mal wegen einer Weichenstörung und ein Mal wegen Gleisschadens still. So problemlos soll bald auch die U4 dahingleiten. "Bald" ist aber relativ, denn die Arbeiten zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf sollen bis 2024 dauern. "Die U4 ist eine Baustelle. Trotzdem soll alles so ablaufen, dass die Fahrgäste sie weiter benützen können", sagt Answer Lang, Kommunikationschef der Wiener Linien. Generell seien von den 700 Zügen, die täglich auf der Linie fahren, nur rund ein Prozent von den Störungen betroffen. "Ich verstehe, dass das den Fahrgästen nicht viel hilft, wenn sie auf einen Zug warten, der nicht kommt. Trotzdem betrifft es im Schnitt sehr wenige Garnituren."

Linie 58 wird eingestellt

Komplett eingestellt wird unterdessen die Straßenbahnlinie 58. Sie ist – noch – zwischen Westbahnhof und Hietzing unterwegs. Dafür wird ab 2. September der 60er verlängert und damit eine neue Direktverbindung von Rodaun über die Kennedybrücke zum Westbahnhof geschaffen. Mehr dazu lesen Sie hier.