Chronik | Wien
02.02.2015

Ab 2018 sind die neuen Flexity-Bims unterwegs

Bis 2026 werden 119 bis 156 Straßenbahnen von Bombardier in Wien-Donaustadt angefertigt.

Die Wiener Linien haben heute, Montag, offiziell die neuen Wiener Straßenbahnen vorgestellt. Nach einer europaweiten Ausschreibung haben sich die Wiener Linien für den FlexityWien von Bombardier entschieden. Ab 2018 werden die neuen Straßenbahnen durch Wien rollen und sukzessive die letzten Hochflurmodelle der Wiener Linien ersetzen. Bombardier hat sich bei dem Auftrag gegen den bisherigen Platzhirschen Siemens, der mit seinen ULF-Straßenbahnen angetreten ist durchgesetzt - mittlerweile auch juristisch einwandfrei. Bis 2026 werden 119 bis 156 Flexity-Straßenbahnen in Wien-Donaustadt angefertigt und an die Wiener Linien übergeben. Die genaue Zahl der Züge wird von Netzerweiterungen und möglichen Intervallverdichtungen abhängen.

Die neue Straßenbahn bietet mit einer Länge von 34 Metern Platz für 211 Fahrgäste. Für mehr Raum für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer sorgen laut Wiener Linien großzügige Mehrzweckbereiche. Bezüglich Umweltfreudnlichkeit sollen die Bombardier-Bims mit niedrigem Energieverbrauch sowie durch die ausschließliche LED-Beleuchtung punkto. Auch auf ein nachhaltiges Recyclingkonzept wurde geachtet: Die Fahrzeuge seien so geplant und konstruiert, dass sie nach Ablauf der geplanten Nutzungsdauer in mehreren Jahrzehnten einfach und vor allem umweltfreundlich recycelt werden können, hieß es seitens Bombardier.

Die neue Bim für Wien

Die neuen Flexity Bims

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Visualisierung der neuen Flexity-Straßenbahn für W…

Visualisierung der neuen Flexity-Straßenbahn für W…

Visualisierung der neuen Flexity-Straßenbahn für W…

Visualisierung der neuen Flexity-Straßenbahn für W…

Die neuen Straßenbahnen verfügen über Klimaanlage und Videoüberwachung. Die Fahrgäste werden auf mehreren Bildschirmen im Fahrzeuginneren unter anderem über nächste Haltestellen, Umsteigemöglichkeiten sowie Abfahrtszeiten informiert. Gleichzeitig mit der Anschaffung wird, wie vorgesehen, ein Wartungsvertrag mit Bombardier abgeschlossen, wobei die Arbeiten durch die Wiener Linien durchgeführt werden. Die Risiken der laufenden Instandhaltung gehen somit auf den Hersteller über. Das trägt dazu bei, dass die Gesamtkosten der Fahrzeuge für die Wiener Linien einfacher abzuschätzen seien, so das Unternehmen.

Barrierefreiheit

Die 2013 gestartete Straßenbahn-Ausschreibung beinhaltete klare Kriterien zum Thema Barrierefreiheit, welche jeder Bieter erfüllen musste. Die neuen Straßenbahnen würden darüberhinaus noch zusätzliche Kriterien, die den Komfort der Fahrgäste steigern, enthalten. So wird es nicht wie bisher nur einen, sondern zwei Rollstuhlplätze mit Vis-à-vis-Sitzen geben. Zudem wird es für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste möglich, dass diese per Handy ihren Ein- und Aussteigewunsch abgeben können. Der Bim-Innenraum wird offener und heller gestaltet und erhöht damit auch den Fahrgastkomfort bzw. die Fahrgastzufriedenheit. Zusätzliche Details zum Fahrzeuginneren werden in weiterer Folge in Kooperation mit diversen Behindertenverbänden erarbeitet. Die Volksanwaltschaft hat im Vorfeld bereits angekündigt, ein Prüfverfahren zur Frage der Barrierefreiheit einzuleiten.