Künstlerin Rano Zavudinova hat Dutzende Gemälde angefertigt, um Spenden für Immo Humana zu sammeln

© KURIER/Franz Gruber

Soziales Engagement
12/19/2014

Warme Wohnung statt kaltem Kellerabteil

Der Verein Immo Humana hilft obdachlosen Frauen. Eine Weihnachtsstube lukriert Spenden.

von Anna-Maria Bauer

Kälte und Stimmengewirr kommen Georg Slawik entgegen, als er in den Keller hinabsteigt. Er öffnet die Tür. Dahinter sitzen zwei Kinder über ihre Hausübungen gebeugt. Um sich vor der Kälte zu schützen, sind sie in Anorak und Handschuhe gepackt. Daneben ihre hochschwangere Mutter. Das Bild hat sich in Georg Slawiks Kopf eingeprägt, auch wenn die drei mittlerweile in einer richtigen Wohnung untergebracht sind. Seit 17 Jahren hilft Slawiks Verein "Immo Humana" schwangeren und alleinerziehenden Frauen in Wohnungsnot. 620 Müttern und etwa 1320 Kindern wurden bis dato unterstützt.

Eine dieser Mütter ist Rano Zavudinova. 2001 musste die Künstlerin mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern aus der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan fliehen. Sie schlugen sich bis nach Österreich durch. Aber als Zavudinova erkrankte, verließ ihr Mann sie. Ihr letzter Anker: Ihre Mutter im fernen Kirgistan. Also pilgerte sie mit ihren Kindern dorthin. Doch dann starb ihre Mutter. Was nun? Zurück nach Wien.

Dort wurde die Wohnungssuche zur Odyssee. Geld für eine Kaution hatte Zavudinova keines. Auch die zwei Jahre, die man in Wien gemeldet sein muss, um Anspruch auf eine Gemeindewohnung zu haben, konnte sie nicht vorweisen. Hilflos und verzweifelt schleppte Rano Zavudinova sich und ihre Kinder durch die Stadt. Bis sie Georg Slawik kennenlernte und er ihr zu einer Wohnung in der Klosterneuburger Straße verhalf.

Ölgemälde als Spende

Nun möchte sich die Malerin beim Verein revanchieren. In dem kleinen Erdgeschoß-Lokal in der Burggasse 44 stehen und hängen ein gutes Dutzend ihrer Aquarell-Bilder. Auf diesem Weg will Zavudinova Geld für weitere Frauen in Not lukrieren.

Die Bilder sind nicht die einzigen Artikel, die in dem Lokal gegen eine freie Spende mitgenommen werden können. Auf den kleinen Tischen unter den Bildern stehen Advent-Gedecke; hergestellt von jenen Frauen, die durch "Immo Humana" ein bisschen weniger Not im Leben haben.

Als der KURIER die Weihnachtsstube besucht, steckt die siebenjährige Samira gerade Tannenzweige in einen Schaumstoffring. Einen Kranz hat Samira bereits angefertigt, doch sie möchte gleich den nächsten machen. Damit auch andere Kinder in eine richtige Wohnung ziehen können.

Immo Humana Weihnachtsstube 7., Burgg. 44; Sa. 10–18 Uhr, Mo.–Mi. 13–19 Uhr, www.immo-humana.at

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