© Kaja Ewa basis.kultur.wien

Chronik | Wien
09/06/2016

Mit kulturellen Angeboten zur Integration

Das Wiener Volksbildungswerk basis.kultur.wien bietet seit vergangenen Sommer Projekte für Flüchtlinge an. Vom Theater bis zum Tanz.

Die Frage, ob Integration möglich ist, und wie sie am besten funktioniert, hat Österreich in den vergangenen zwölf Monaten intensiv beschäftigt. Eindeutige Antworten gibt es nicht. Für die einen gelingt sie durch den Magen, für die anderen durch Sport und Schweiß.


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Nach vielen Versuchen, erfolgreichen und gescheiterten Projekten ist man sich inzwischen auch im Wiener Volksbildungswerk basis.kultur.wien einig: "Eine universelle Formel für gelungene Integration gibt es nicht", sagt Karin Holzinger. Es sei aber durchaus möglich, Menschen mit verschiedensten Projekten aus dem Alltag herauszuholen und ihnen neue Perspektiven zu öffnen.

"Am Anfang war es nicht einfach"

Die von der Stadt Wien subventionierte Organisation hat seit Beginn der starken Flüchtlingsbewegung im vergangenen Sommer eine Reihe von Projekten "innerhalb von zwei Wochen aus dem Boden gestampft. Es musste schnell gehen, viel Zeit blieb uns ja nicht", erzählt Holzinger. Im Zentrum standen dabei kulturelle Workshops wie Tanz und Theater für junge Flüchtlinge, aber auch Sprachtrainings und Näh- und Strickworkshops.

"Am Anfang war es nicht einfach", sagt Holzinger rückblickend, "uns fehlten die Strukturen, alles ging ziemlich schnell. Es war – um es vorsichtig zu sagen – chaotisch, wir wollten aber unseren Beitrag leisten." In Kooperation mit Heimbetreibern wie dem Samariterbund, der zum Beispiel unbegleitete minderjährige Mädchen in Wien-Ottakring betreut, ist es ihnen gelungen, immer mehr Menschen für das Angebot zu begeistern. "Den Näh- und Strickworkshop haben wir ja bereits seit Oktober 2014 in unserem Programm. Im Herbst 2015 haben wir syrische und irakische Frauen aus einem Wohnheim zum Workshop eingeladen", erinnert sich Holzinger. Auf einmal waren 20 Personen gemeinsam in einem Raum, und haben miteinander gearbeitet, sich ausgetauscht und gegenseitig geholfen.

Nur wenige Tage am selben Ort

Selbstverständlich, erzählt sie weiter, habe es eine gewisse Zeit gedauert, bis man sich aneinander gewöhnt hat. Das sei aber bei allen Projekten ähnlich gewesen. Beim Tanzkurs oder Theaterworkshop zum Beispiel, die beide professionell begleitet wurden, verhinderte die starke Fluktuation in den Unterkünften regelmäßige Einheiten, erklärt Holzinger. "Viele Flüchtlinge waren nur wenige Tage oder Wochen da, dann waren sie wieder weg."

Gerade deshalb ist man im Wiener Volksbildungswerk glücklich darüber, dass der Näh- und Strickworkshop konstant gut besucht wird. "Durchschnittlich haben wir acht bis zehn Frauen bei uns, aus Syrien, Irak und Österreich. Uns ist es wichtig, Projekte zu machen, wo Flüchtlinge mit Österreichern in Kontakt kommen. Das werden wir in Zukunft noch verstärken."