Chronik | Wien 09.12.2011

Vierfache Mutter in Favoriten erstochen

Vor den Augen seiner Familie hat ein 37-jähriger Mann am Donnerstag seine Ehefrau erstochen. Das Motiv: Eifersucht.

Was als unverfänglicher Familienbesuch begann, endete Donnerstagabend mit Mord: Während eines gemeinsamen Abendessens bei Verwandten in Wien-Favoriten hat ein 37-jähriger Türke seine 29-jährige Ehefrau scheinbar grundlos mit dem Messer attackiert und getötet. Zwei Kinder des türkischen Ehepaars wurden Zeugen der Bluttat.
„Das Kind ist noch spielend im Stiegenhaus herumgelaufen und die ganze Familie hat gelacht, als sie in die Wohnung gekommen sind“, sagte die Nachbarin Margit Vodasek. Was sich danach in der Wohnung in der Dieselgasse abgespielt hat, konnte die Pensionistin am Freitag noch nicht wirklich glauben. Auch der Polizeibericht kann das Unfassbare der Tat nur unzureichend erklären: Demnach ist das türkische Ehepaar mit den Kindern friedlich beim Neffen des Ehemanns zu Tisch gesessen, als der 37-Jährige plötzlich ein Messer aus der Küche geholt und mehrmals auf den Bauch und den Rücken seiner Ehefrau eingestochen hat. Ein Streit war der Attacke laut Polizei nicht vorausgegangen.

Auch die Nachbarin Margit Vodasek hatte keinerlei Geräusche eines Streits aus der Nachbarwohnung wahrgenommen. „Erst als die Polizei und die Rettung gekommen sind, war mir klar, dass etwas passiert ist“, sagte Vodasek.

Obwohl die Frau nach der Messerattacke sofort ins Lorenz-Böhler-Krankenhaus eingeliefert und notoperiert wurde, erlag sie ihren schweren Stichverletzungen noch in der Nacht auf Freitag.

 

Aufenthaltsverbot

Der Ehemann ergriff nach der Bluttat die Flucht, stellte sich jedoch nach kurzer Zeit in einer Polizeistation in Wien-Favoriten. Gegen ihn besteht aufgrund mehrerer gerichtlicher Verurteilungen seit 2007 ein Aufenthaltsverbot in Österreich. Am Sonntag dürfte er trotzdem rechtswidrig nach Österreich eingereist sein, wo er bei seiner Ehefrau und ihren insgesamt vier Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewohnt hat.


Der Täter zeigte sich in der ersten Einvernahme laut Polizei geständig. Als Motiv für die Bluttat gab er Eifersucht an. Da der Mann nach der Tat selbst unter Schock stand, liegen die genauen Hintergründe der Tat noch im Dunkeln. Die vier Kinder des Ehepaars sind nun bei ihren Großeltern in Wien untergebracht.

( Kurier ) Erstellt am 09.12.2011