Chronik | Wien 10.01.2012

Verstümmelte Leiche in Wien gefunden

Zuerst soll die Verdächtige ihren Mann im Schlaf erschlagen und ihn zerstückelt haben. Schließlich legte sie Feuer. Sie ist in Haft.

Die ständigen Streitereien zwischen Xarah (36) und Harald Kollenz (56) waren polizeibekannt. Montagnacht, kurz nach 23 Uhr eskalierte die Situation in der gemeinsamen Wohnung in der Sonnleithnergasse in Wien-Favoriten.

Die aus Ghana stammende Frau dürfte ihren zuckerkranken Ehemann mit einem spitzen Gegenstand erschlagen haben. Zum Tatzeitpunkt lag der Mann im Bett. „Das Opfer weist Stich- und Schlagverletzungen am gesamten Körper auf. Die Tatwaffe fehlt aber noch“, bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger.

Danach soll die sie den leblosen Körper ihres Mannes mit einem Messer zerstückelt und einen Unterschenkel abgetrennt haben. Beim Versuch, den zweiten Unterschenkel zu amputieren, dürfte die Frau der Mut verlassen haben. Sie stülpte die Matratze über die verunstaltete Leiche und zündete die Wohnung an. Danach flüchtete sie aus dem Haus.

Zwei Stunden später wurde die mutmaßliche Mörderin – völlig verwirrt – in Wien-Simmering aufgegriffen. Die Frau war nur mit einem Slip und einer um den Hals geschlungenen Jogginghose bekleidet. Ein Autolenker stoppte, half mit einer Decke und alarmierte die Polizei. Noch im Spital konnte ihre Identität festgestellt werden. Xarah Kollenz wurde daraufhin als mögliche Täterin festgenommen.

 

Verletzte Helfer

Haustür
© Bild: apa

Die von Nachbarn gerufene Feuerwehr hatte den Brand kurz vor Mitternacht rasch unter Kontrolle. Trotzdem forderte die Wahnsinnstat weitere Opfer. Denn die Familie Alkan (Eltern und Tochter) sowie Nachbar Bosko Lekic versuchten – noch vor Eintreffen der Feuerwehr –, in die brennende Wohnung zu gelangen. Sie vermuteten das Ehepaar Kollenz darin. Die vier Helfer erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten im Spital behandelt werden.

Kütük Alkan schilderte die lebensgefährliche Rettungsaktion: „Lekic und ich traten die Eingangstüre auf. Meine Frau füllte einen Wasserkübel bei der Bassena. Wir schütteten das Wasser in die Wohnung. Dann wickelten wir nasse Handtücher um Nase und Mund und wollten die Zimmer durchsuchen. Der Rauch war aber zu stark. Wir mussten nach zwei, drei Minuten wieder zurück auf den Gang. Und wir konnten nichts sehen. Zuletzt glaubten wir zu ersticken.“

Betretungsverbot

Das Opfer soll seine mutmaßliche Mörderin über eine Kontaktbörse im Internet kennengelernt haben. Zuletzt musste die Polizei am 29. Dezember 2011 wegen eines Streits des Paares einschreiten. Harald Kollenz zeigte damals seine Frau an. Ihr wurde ein Betretungsverbot auferlegt.

( Kurier ) Erstellt am 10.01.2012