Chronik | Wien
29.05.2016

Verena, iss was G’Scheitz

"Dancing Star"-Siegerin Verena Scheitz stillt ihren Hunger gern in Heidingers Gasthaus.

Bei Verena Scheitz haben Brösel und Wirtshaus vier Beine und ein Fell.

So heißen nämlich die zwei Rauhaardackel der "Dancing Stars"-Siegerin. Eine Affinität zur österreichischen Beislkultur kann die "heute leben"-Moderatorin kaum leugnen. Möchte sie aber auch nicht. Traditionelle Wirtshausküche findet sie nicht nur gut und erhaltungswürdig. Eine ganz bestimmte sucht sie sogar sehr häufig auf. Denn was eignet sich zur physischen und seelischen Regeneration nach harten Trainingswochen besser als Surschnitzel oder geröstete Eierschwammerl?

Auch wenn das "Dancing Stars"-Finale bereits drei Wochen her ist: Ganz hat sich Scheitz von den Strapazen des Tanzturniers noch nicht erholt. "Jeder der sagt, er könnte nach dem Finale ,ewig weitermachen‘, kann nicht die Wahrheit sagen. Es war eine unglaublich tolle Erfahrung, aber ich bin froh, kein Leistungssportler zu sein", sagt Scheitz, als sie sich wieder einmal auf der Bank in Heidingers Gasthaus niederlässt.

Familienbetrieb

Seit 1984 ist das Wirtshaus mit der dunklen Holzvertäfelung und dem alten Kachelofen in der Selzergasse 38 (15. Bezirk) im Besitz der Familie Heidinger und bietet österreichische Küche und Weine aus dem eigenen Weingut in Hohenruppersdorf, NÖ.

Das Lokal hat mittlerweile Sohn Robert übernommen. Das Weingut sein Bruder Felix. Und Enkel Alexander ist im Wiener Gasthaus für die Küche zuständig. Dort macht er sich nun für Verena Scheitz an das gebackene Gulasch. Dafür wird das übliche Gulasch paniert und goldgelb herausgebacken.

In der Zwischenzeit begrüßt Scheitz die neue Wirtshaus-Hündin Ilvy, einen vier Monate alten Schäferhund. "Ich war immer schon ein Hundemensch", sagt die promovierte Juristin. "Schon in meiner Wiege ist ein Dackel gesessen."

Apropos Dackel. Nicht nur die Namen ihrer Hunde, auch ihr nächstes Kabarettprogramm haben mit Essen zu tun. Der stimmige Titel: "Iss was G’Scheitz". – "Ich wusste ja gar nicht, wie gut sich mein Name für Titel eignet", wirft sie dazwischen.

Das Thema sei ihr schon länger im Kopf herumgespukt. Warum? "Essen hat so einen wichtigen Stellenwert eingenommen. Ich frage mich nur: Sind die Zeiten etwa so gut oder sind die Zeiten vielleicht eher so schlecht, dass sich so viele ins Thema Essen flüchten?"

An dieser Stelle, sagt sie erst einmal Mahlzeit. Robert Heidinger hat ihr das Gulasch serviert. Ihre erste Reaktion: "Oh, wow, ist das viel." Aber macht das nicht ein gutes Wirtshaus aus? Dass die Speisen fast ein bisschen zu üppig sind?

Fortsetzen

Zurück zum Kabarett. Mit "Scheitz dir nix" stand sie 2013 das erste Mal alleine auf der Kabarettbühne. Dass sie mittlerweile an ihrem zweiten Soloprogramm arbeitet dafür ist sie sehr dankbar.

"Wenn man als junger Künstler vor zehn Menschen im Vindobona spielt oder Vorstellungen absagen muss, weil gar keine Leute kommen, dann weiß man es richtig zu schätzen, wenn die Arbeit dann angenommen wird und aufgeht."

Manchmal macht sich das Durchbeißen eben doch bezahlt. Das hat Verena Scheitz nun schon des Öfteren erlebt – auf der Bühne, beim Jus-Studium, am Tanzparkett.

Und wer weiß, vielleicht geht es nicht nur kabarett-technisch, sondern auch beim Tanzen bald in die zweite Runde. Tanzpartner Florian Gschaider hat schon bezüglich der "Profi-Amateur-Meisterschaft" angeklopft.