Chronik | Wien
10.04.2017

Verdächtiger nach Messerattacke in Wiener Hotel gefasst

Kehrte an den Tatort zurück und wollte Beweise löschen

Nach einer Messerattacke auf einen 37-Jährigen am Samstagabend in einem Hotel in Wien-Favoriten ist der Täter am Sonntag an den Tatort zurückgekehrt. Er wollte Beweise löschen. Der Rezeptionist verständigte die Polizei. Der 38 Jahre alte Mann ist in Haft, bestätigte die Polizei einen Bericht der "Kronen Zeitung" (Montagsausgabe). Die Hintergründe der Bluttat sind weiterhin unklar.

Der Marokkaner, der im Hotel in der Laxenburger Straße das Nebenzimmer des Opfers bewohnt hatte, suchte am Sonntagnachmittag den Rezeptionisten auf. "Er versuchte, den Mann dazu zu überreden, die Videoaufzeichnungen der Überwachungskamera zu löschen", schilderte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. "Weil ich das war", soll der Verdächtige als Grund genannt haben. Außerdem soll der Mann vom Angestellten verlangt haben, dass seine Daten aus dem Gästebuch gelöscht werden. Der 38-Jährige begab sich daraufhin in sein Zimmer, der Rezeptionist verständigte die Polizei. Die Beamten nahmen den Mann fest.

Die Hintergründe der Tat waren am Montag weiterhin unklar. Das Opfer befand sich noch im Spital, seine Einvernahme war noch ausständig. Der Algerier hatte sich am Samstagabend alkoholisiert und geschockt mit der blutenden Stichwunde im Rücken an einen Hotelmitarbeiter gewandt. In seinem Zimmer wurden leere Wodka-Flaschen gefunden. Ob er sie alleine oder mit dem mutmaßlichen Täter getrunken hatte, war am Montag noch unklar.