Der Vorplatz des MuseumsQuartiers war am Mittwoch gut gefüllt

© Kurier/Juerg Christandl

Vor dem MuseumsQuartier
05/26/2016

Veganmania: Ein Nischenphänomen erreicht die breite Masse

Eis, Eierspeise oder Burger gibt es längst auch ohne Tierprodukte. Aber nicht nur das – wie ein Fest vor dem MuseumsQuartier bis Samstag zeigt.

von Anna-Maria Bauer

Für Pia Tschiderer war es der Dokumentarfilm "Cowspiracy". Für Vedrana Pavlak war es der Tag, an dem ein Jäger ihren Haustierhasen erschoss und dann verspeiste. Und für Johannes war es die Sorge um die Umwelt – Auslöser dafür, sich nur mehr vegan zu ernähren.

Alle drei Personen kann man derzeit auf dem Vorplatz des MuseumsQuartiers antreffen.

Noch bis Samstag bieten sie gemeinsam mit rund 100 Ausstellern im Zuge der 19. Veganmania ihre tierproduktfreien Erzeugnisse an: Burger mit Fleischersatz-Laibchen oder Eierspeise aus Eiersatz , veganes Eis aus Mandelmilch, Fladenpizza mit Tofu, sowie fair produzierte "Go Vegan"-T-Shirts und Aura-Parfums.

"Größtes Sommerfest"

Was 1997 mit einzelnen Stoffzelten und einem Gitarristen auf dem Stephansplatz begann, lockt laut Veranstalter Felix Hnat mittlerweile 12.000 Besucher an. Damit sei die " Veganmania" das größte vegane Sommerfest Europas.

Bereits kurz nach der Eröffnung haben sich Mittwochnachmittag erste Schlangen vor den Ständen gebildet. Sarah Greiler bekommt vom Koch im "I love Veggie Burger"-Food Truck gerade einen Burger mit Grünkernlaibchen gereicht. Sie ist weder Vegetarierin noch Veganerin, den Burger findet sie trotzdem "richtig gut".

Auch der Nicht-Veganer Nemanja Dimitrijevic, der ein paar Meter entfernt im Gras sitzt, ist ganz überrascht, dass sein veganes Eis "eigentlich voll gut" ist. Auf Fleisch würde er zwar nie verzichten, aber hin und wieder vegan essen – "warum nicht?"

Die vegane Lebensweisen ist in Österreich kein Nischenphänomen mehr. Den Tieren oder der Umwelt zuliebe verzichten mittlerweile neun Prozent der Österreicher bewusst auf Fleisch oder tierische Produkte. Darauf reagieren wiederum Wiens Gastronomen und Unternehmer.

Veganes Schulbuch

Dutzende Eissalons werben mittlerweile mit rein pflanzlichem Eis, einige Restaurants kennzeichnen ihre tierproduktfreien Speisen, in den Supermärkten füllen vegane Zutaten ganze Regale und im Februar fand bereits der dritte Veganball statt.

Im Herbst kommt zudem das erste vegane Schul-Kochbuch auf den Markt. Denn derzeit – das finden zumindest Olivia Ladinig und Lisa Klein – werden Köche in Bezug auf pflanzenbetonte Küche noch unzureichend ausgebildet. Mit dem Projekt "Vegucation" wollen Ladinig und Klein das ändern und vegan-vegetarische Küche als Gegenstand in Gastrofachschulen etablieren. Damit es in Zukunft für alle Restaurants ganz natürlich sein kann, vegane Speisen anzubieten.

Um den Aufwärtstrend der veganen Szene zu feiern, denkt "Veganmania"-Veranstalter Felix Hnat schon jetzt an das kommende Jahr: Denn zum 20-jährigen Jubiläum soll es ein rauschendes Fest am Rathausplatz geben.

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