© KURIER/Gerhard Deutsch

Stimmungsbild im Kaffeehaus
12/15/2015

Übers Kaffeehaus: "Kulturgut gefährdet" vs. "Alles ist gut"

Unterschiedliche Ansichten über die Zukunft der Traditionscafés.

von Anna-Maria Bauer

Die Meinungen der Wiener Kaffeehausbesitzer über die derzeitige Situation gehen weit auseinander.

Wie berichtet, klagt Kaffeehaus-Obmann Berndt Querfeld über die Belastungen durch Auflagen und die Wirtschaftskrise.

Unterstützung bekommt Querfeld nun von Maximilian Platzer, Kaffeesieder-Obmann und Eigentümer des Café Weimar: "Ich sehe das Kulturgut Kaffeehaus gefährdet."

Auch wenn die Innenstadt-Cafés für Passanten stets gut gefüllt scheinen. Platzer: "Oftmals bestellt der Herr eine Melange, die Dame eine Torte und dann nur mehr fünf, sechs Glas Leitungswasser".

Ketten im Vorteil

Dazu kommt: Im Unterschied zu Gastro-Ketten, die stetig neu eröffnen, könne man sich schlechte Zeiten nicht lange leisten. "Ketten können eine schlechter gehenden Filiale mittragen. Wir haben meist nur ein Kaffeehaus. Wenn es uns schlecht geht, wird es kritisch."

Monika Staub vom Café Sperl in der Gumpendorfer Straße bestätigt zwar: "Jubelstimmung gibt es keine." Denn natürlich gebe es Schikanen durch die Behörden. "Aber damit muss man nun einmal leben."

Alles in allem ging das Geschäft dieses Jahr aber nicht schlechter als in den Jahren davor: "Die Leute schätzen unser Traditionslokal, unsere selbst gemachten Mehlspeisen und unsere freundlichen Kellnerinnen." (Kellner gibt es im Sperl – im Unterschied zu den anderen Kaffeehäusern der Stadt – nämlich keine.)

Günter Hawelka, Besitzer des gleichnamigen Cafés in der Dorotheergasse kann die Klagen wiederum gar nicht verstehen: "Bei uns läuft alles gut", sagt er.

Die Kundschaft wechselt regelmäßig, an das Rauchverbot hätten sich die Gäste auch bereits gewöhnt."

Hawelka ist überzeugt: "Wenn man sich bemüht, geht es immer."

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