Chronik | Wien
20.01.2012

U6 nach Kabeldiebstahl erneut unterbrochen

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, haben die Wiener Linien eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Der Kupferkabel-Klau auf den Linien der Wiener U-Bahn geht weiter. In der Nacht auf Freitag war wieder die U6 das Ziel der offenbar bestens organisierten Bande, die zwischen der Spittelau und Jägerstraße zuschlugen. Der Betrieb der Linie musste ab 11.00 Uhr für etwa drei Stunden für die dringend notwendigen Reparaturen eingestellt werden, so die Wiener Linien. Während der Arbeiten verkehrte die U6 nur zwischen Siebenhirten und Spittelau sowie zwischen Floridsdorf und Jägerstraße. Dazwischen war die Verbindung unterbrochen.

Die Fahrgäste reagierten verständnisvoll: „Man kann halt nicht die ganze U-Bahn-Linie überwachen“, sagt etwa Werner Ringl. Über die Dreistigkeit der Diebe ist aber auch er fassungslos: „Es ist einfach traurig. Unglaublich, was den Leuten alles einfällt. Es wird einfach immer ärger.“ „Bei der Wirtschaftslage sind solche Aktionen kein Wunder“, meint Markus Reiter. Über das Handy war er von der neuerlichen U-Bahn-Sperre informiert worden.

Um den blockierten Abschnitt zu überbrücken, richteten die Wiener Linien einen Schienenersatzverkehr zwischen Nussdorfer Straße und Jägerstraße ein. Über Lautsprecher-Durchsagen wurden die Passagiere darüber informiert. Auch die S-Bahn wurde als Ausweichmöglichkeit empfohlen. Früher als geplant konnte die Sperre schließlich gegen 13 Uhr wieder aufgehoben werden. Doch auch danach kam es noch zu längeren Wartezeiten. Sie sorgten in der Station Spittelau für überfüllte Bahnsteige. Zwar wurden in der Nacht zum Freitag in Ottakring zwei mutmaßliche Kupferdiebe erwischt, allerdings dürften Wolfgang J., 39, und Thomas L., 35, „nur“ auf einer Baustelle zugegriffen haben.


10.000 Euro Belohung

In der U-Bahn soll eine andere Partie unterwegs sein. Die Wiener Linien haben nun sogar 10.000 Euro Kopfprämie ausgesetzt und bitten die Bevölkerung, verdächtige Vorgänge in U-Bahn-Nähe sofort am Polizeinotruf zu melden. (Hinweise auch an: LKA Wien, Gruppe Urbanz (01/31310 – 33640 bzw. 33800) Neben den Uniformierten werden auch Beamte des Landeskriminalamtes und Mitarbeiter der Wiener Linien nun verstärkt durch das 75 Kilometer lange U-Bahn-Netz patrouillieren. „Das Kupfer bringt sechs Euro pro Kilo, aber der Schaden für uns ist unermesslich“, sagt Dominik Gries von den Wiener Linien. Diesmal wurden gerade einmal 60 Meter Kabel gestohlen – dafür mussten 30 Mitarbeiter ausrücken und sich stundenlang nur darum kümmern.