Chronik | Wien
25.04.2017

Geringes Interesse an Demo gegen Erdoğan

Nur rund 280 Teilnehmer trafen sich heute am späten Nachmittag am Schwarzenbergplatz, um gegen Erdoğan zu demonstrieren.

Mit bis zu 500 Teilnehmern rechneten die Organisatoren: Dienstagabend standen schließlich aber nur rund 280 Erdoğan-Gegner vor dem Reiterdenkmal am Schwarzenbergplatz, um gegen mögliche Manipulation von Stimmen beim Verfassungs-Referendum in der Türkei und die jüngsten Luftschläge zu demonstrieren.

Eda Coskun war eine von ihnen: "Der türkische Präsident Erdoğan hat es geschafft, die Wahl zu gewinnen – aber nicht auf faire Art und Weise", sagt die 22-jährige Frau. "Die Leute sollen aktiv werden." Sie hätte sich mehr von der Demonstration erwartet. "Speziell die Jüngeren sollten kommen."

Die Kundgebung verlief laut Polizeiangaben bisher friedlich.

"Größter Terrorist der Welt"

Vor Ort wurden vor allem Fahnen mit dem Bild des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan geschwenkt. Dazu kamen Transparente mit Sprüchen wie: "Erdoğan ist der größte Terrorist der Welt."
Und auch die Anheizer, versuchten mit Parolen Anti-Erdoğan-Stimmung zu machen. Eine Rednerin verurteilte die Angriffe der türkischen Armee auf Sengal und Rojava.
Der Tross zog über Nebengassen den Ring entlang bis zum Parlament, wo für 20 Uhr die Abschlusskundgebung angekündigt war.

Bereits Ende März demonstrierten 20 Vereine gegen Erdogan.
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/Seiser Birgit
Hayir Erdogan Türken Referendum …
Hayir Erdogan Türken Referendum
Keine größeren Staus

Aufgrund des Termins mitten in der abendlichen Rush-Hour wurde mit Verkehrsbehinderungen gerechnet. Laut Infos der Polizei kam es aber nur zu leichten Beeinträchtigungen auf der Ringstraße.

Auch Wahl-Beobachter der OSZE hatten nach dem Referendum in der Türkei vom 16. April kritisiert, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Im Zentrum der Kritik stand die während der laufenden Abstimmung getroffene Entscheidung der Wahlkommission, auch nicht von ihr gestempelte Stimmzettel als gültig zu werten.