Chronik | Wien
22.01.2018

Tschetschenische Familie soll am Dienstag abgeschoben werden

Aktivist befürchtet bevorstehende Abschiebung gut integrierter Mitmenschen. Innenministerium gibt keine Auskunft.

Die sechsköpfige tschetschenische Familie T., die zuletzt am Areal des Flughafens Schwechat angehalten wurde, soll offenbar am morgigen Dienstag abgeschoben werden. Das berichtete der für diverse Bildungs-Initiativen bekannte Blogger Daniel Landau, ein Unterstützer der Familie, Montagabend auf Twitter.

Die Familie T. kam im Oktober 2011 nach Österreich. Ihr Asylantrag wurde im Oktober 2015 rechtskräftig abgewiesen - obwohl die Familie nach vier Jahren gut integriert war. Im August 2016 stellte sie denn auch einen Antrag auf Bleiberecht wegen guter Integration. Dieser ist laut Landau noch nicht rechtmäßig abgeschlossen, für das Innenministerium offenbar schon. Aus dem Innenministerium hieß es auf APA-Anfrage, man gebe "grundsätzlich keine Auskunft zu einzelnen Verfahren".

Trotz dieser Unklarheit bekamen am 21. Dezember 2017 die Eltern und die vier Kinder Mandatsbescheide, dass sie sich binnen drei Tagen bei der Betreuungsstelle Schwechat einzufinden hätten und dort bis zur Rückreise bleiben müssten.

Am 2. Jänner wurden sie aus der Wohnanlage der Volkshilfe in Wien-Floridsdorf nach Schwechat gebracht, am 3. Jänner fand eine Beweisaufnahme statt - bei der der Familie dann mitgeteilt wurde, dass die Anträge abgewiesen werden sollen. Kritik, etwa seitens der Grünen Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, wurde auch daran laut, dass die Kinder die Schule nicht mehr besuchen können.