Chronik | Wien
16.03.2018

Treue Gäste im Schweizerhaus: "Gehe seit 1936 hier ein und aus"

Seit Donnerstagvormittag ist die neue Saison eröffnet. Die treuen Stammgäste trotzten dem trüben Wetter.

Donnerstagvormittag hatte das Warten für die Schweizerhaus-Fangemeinde ein Ende. Obwohl die Suche nach einigen Sonnenstrahlen an diesem Tag im Prater vergebens war, waren die meisten Besucher gestern bester Laune. Chef Karl Kolarik läutete pünktlich um 11 Uhr die neue Saison ein und öffnete die Pforten. Die recht kühlen Temperaturen hielten die Stammgäste nicht ab, mehr als zwei Drittel des Lokals zu füllen. "So viele Gäste hatten wir am Eröffnungstag noch nie", ist sich die Familie Kolarik, die seit rund 100 Jahren den Betrieb führt, sicher.

Josef Darmstädter (m.) mit Ehefrau Elisabeth und Karl Kolarik

Für das Ehepaar Lainer ist der Besuch jedes Jahr ein Muss. "Wir kommen seit zehn Jahren her", erzählen sie. Besonders treuer Stammkunde ist Josef Darmstädter. Der 92-Jährige geht "seit 1936 im Schweizerhaus ein und aus" – hatte er doch einst selbst im Betrieb mitgewirkt. "Ich habe damals als Brotschani angefangen und bin mit den Körben herumgelaufen", erinnert er sich. Unter die Gäste mischten sich auch heimische Politiker, wie Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) und Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger (Grüne).

20 Kilometer unterwegs

Die bis zu 90 Kellner leisten tagtäglich enorm viel: Werden doch von den Servicekräften an einem Arbeitstag bis zu 20 Kilometer zurückgelegt – und auf einem Tablett bis zu 20 Krügerl getragen. Um den Betrieb weiterhin auch gut vorbereitet in die Zukunft zu führen, haben die Kolariks für die neue Saison auch einiges in die EDV investiert. "Wir haben nicht nur die Wege neu gepflastert, sondern auch einiges in die Technik investiert. Insgesamt haben wird doppelt so viel wie sonst in den Betrieb gesteckt", sagt Karl Kolarik.