Treffpunkt Wien: Koffeindosis für den Ur-Rock'n'Roller

Peter Kraus
Foto: Kurier/Jeff Mangione (2) Peter Kraus  (mit Landtmann-Torte) neben „Café  Mozart“-Geschäftsführerin Andrea Winkler. Seit 1992 gehört das Café  zu den Landtmann-Betrieben

Nach Aufnahmen für die neue Vinylplatte stärkt sich Musiklegende Peter Kraus im Café Mozart.


Sieben bis acht Tassen. So viel Kaffee braucht Peter Kraus täglich. In der Früh führt der erste Weg des Ur- Rock-’n’-Roller stets zur Espressomaschine und bei Wien-Aufenthalten verschlägt es ihn regelmäßig ins Kaffeehaus. Eines, das er besonders gerne aufsucht, ist das Café Mozart am Albertinaplatz 2.

Fans von "Der dritte Mann" könnten das Café auch aus der Romanverfilmung kennen. Denn Autor Graham Greene war nicht nur Stammgast im Mozart und schrieb Teile des Buches in dem Lokal, auch eine Szene des Films wurde hier gedreht.

Seit 1992 gehört das Kaffeehaus zu den Landtmann-Betrieben. Geführt wird das Nichtraucherlokal mit den goldenen Lustern, der braunen Holzvertäfelung und der großen Süßspeisenvitrine von Andrea Winkler, Schwester von Kaffeehaus-Obmann Berndt Querfeld.

Besonders begehrt ist derzeit die Maroniblüte. Peter Kraus entscheidet sich an diesem Tag jedoch für die klassische Landtmanntorte – und macht es sich auf der gepolsterten Sitzbank bequem.

Vielleicht, erzählt Kraus, ziehe es ihn auch deshalb in Kaffeehäuser, weil er quasi in einem aufgewachsen sei. Sein Vater eröffnete in München das "FK Espresso", die erste Kaffeebar der bayrischen Hauptstadt. Das FK stand eigentlich für "Fred Kraus", im Volksmund wurde daraus aber "Fesche Katzen". "Und bei uns waren wirklich die hübschesten Mädchen von München", sagt Kraus. Die kamen mit den Modefotografen mit.

Peter Kraus Foto: KURIER/Jeff Mangione In der Folge fanden sich auch die Playboys der Stadt im Espresso ein. "Und nachdem ich nach der Schule immer dort war, wurde ich sozusagen zum Jungplayboy ausgebildet", sagt Peter Kraus und lacht.

Abschiedstournee

Diesmal war Peter Kraus vor dem Kaffeebesuch im Tonstudio, um das letzte Lied für die neue Platte aufzunehmen.

Wer Peter Kraus noch einmal live erleben möchte, hat dazu im April die Möglichkeit. Die große Abschiedstournee "Das Beste kommt zum Schluss", die im Herbst 2013 begann, geht aufgrund der großen Nachfrage in eine finale Verlängerung: Zugabe!

Auf der Bühne stand Peter Kraus das erste Mal vor 60 Jahren. Dass er heute immer noch auftritt, hätte er sich damals nicht gedacht. Obwohl die Zeitungen bereits nach seinem ersten Auftritt im Konzertsaal des Deutschen Museums "Er kam, sang und siegte" titelten.

"Ich wusste, wenn diese Karriere als Teenageridol klappen würden, dann war meine Karriere als ernsthafter Schauspieler im Eimer." Denn begonnen hat sein künstlerisches Schaffen bereits mit 14 Jahren als Johnny in der Verfilmung von Erich Kästners Klassiker Das Fliegende Klassenzimmer. "Aber ich bin auf jeden Fall sehr happy darüber, wie alles gekommen ist." Schließlich hat er in den vergangenen sechs Jahrzehnten in mehr als 30 Filmen mitgespielt, mehr als 100 LPs produziert und seine eigene Fernsehshow gehabt.

Nun sei es aber Zeit, zurückzuschalten. Große Konzerte soll es nach der Abschiedstournee keine geben. Dafür will er mehr leben, mehr genießen.

Peter Kraus Foto: KURIER/Jeff Mangione Zum Beispiel im Kaffeehaus. Bereits nächste Woche könnte es ihn wieder in ein österreichisches Café verschlagen. Allerdings in Salzburg. Denn im Hangar 7 soll das Cover für die Vinylplatte geschossen werden. "Wir wollen mit einem richtig alten Bomber arbeiten. Ich möchte auf der Tragfläche stehen, hinter dem Motor." Ein cooles Foto für die letzte große Tournee-Platte eben.

(kurier) Erstellt am
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